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Wirtschaft Arbeitgeber fordern Lohnpause bis 2011
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07:22 26.01.2010
Quelle: ap
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Die Gespräche zwischen der IG Metall und den Arbeitgebern über die Beschäftigungssicherung in der krisengeschüttelten Metall- und Elektroindustrie stehen vor einer entscheidenden Wegmarke. Am 9. Februar will der Gewerkschaftsvorstand in Frankfurt über den Kurs in der bevorstehenden Tarifrunde entscheiden. Während die Gewerkschaft in Niedersachsen den Arbeitgebern nach dem dritten Sondierungsgespräch am Montag eine „Hinhaltetaktik“ vorwarf, die die Sicherung der Arbeitsplätze blockiere, zeigt sich der große IG-Metall-Bezirk Baden-Württemberg offen für vorgezogene Tarifverhandlungen ohne eine konkrete Lohnforderung.

Von der Gewerkschaft liegen in den regionalen Sondierungsgesprächen leicht variierte Pläne zur Sicherung der Jobs auf dem Tisch, die unter anderem eine Absenkung der Arbeitszeit auf bis zu 25 Wochenstunden mit Teillohnausgleich nach Ausschöpfen der Kurzarbeit, eine Altersteilzeitregelung und eine Vereinbarung zur Übernahme von Auszubildenden vorsehen. Die IG Metall Niedersachsen will nicht über Löhne sprechen, bevor Maßnahmen zur Beschäftigungssicherung vereinbart sind. Der Arbeitgeberverband NiedersachsenMetall fordert dagegen ein langfristiges Gesamtpaket. Hauptgeschäftsführer Volker Schmidt sagte dieser Zeitung, die Arbeitgeber schlügen als „Beschäftigungspakt“ einen Tarifvertrag mit einer Laufzeit bis Mitte 2012 vor. „Vorher wird die Krise wohl nicht auslaufen.“ Über Lohnerhöhungen solle dabei erst Mitte 2011 „im Lichte der wirtschaftlichen Entwicklung“ gesprochen werden.

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Parallel zu eigenen Vereinbarungen über Arbeitsplatzsicherung müssten die Tarifparteien mit der Bundesregierung über eine weitere Begünstigung bei den Sozialversicherungskosten von Kurzarbeitern verhandeln. Die Bundesagentur für Arbeit soll ins Boot geholt werden, um den Teillohnausgleich für die verkürzte Arbeitszeit zu zahlen. „Das ist billiger als Kurzarbeit“, sagte Schmidt.

phi

Jens Heitmann 25.01.2010