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Wirtschaft Apple zwischen Rekorden und düsteren Prophezeiungen
Mehr Welt Wirtschaft Apple zwischen Rekorden und düsteren Prophezeiungen
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07:54 30.11.2012
Apple war 2012 so erfolgreich wie noch nie, trotzdem haben sehen viele Untergangspropheten die Herabstufung der Marke. Quelle: dpa
Cupertino

Es ist paradox: Apple hat gerade das erfolgreichste Jahr seiner Geschichte erlebt - und zugleich haben Untergangspropheten Hochkonjunktur. Ja, Apple verdiente im vergangenen Geschäftsjahr monumentale 42 Milliarden Dollar, habe aber an Innovationskraft verloren, sagen die Kritiker. Ja, das iPad dominiert immer noch im Tablet-Markt, aber das Google-System Android stehe vor einem großen Boom. Vor allem aber, Geldberg von 120 Milliarden Dollar hin oder her: Apple hat keinen Steve Jobs mehr, lautet die häufigste Begründung, warum es mit dem Konzern doch bald bergab gehen werde.

Der Apple-Mitgründer, der die Firma 1997 vor der Pleite rettete und mit iPod-Player, iPhone und iPad mehrere Märkte umkrempelte oder neu schuf, starb im Oktober 2011. Konzernchef Tim Cook, der schon unter Jobs für das operative Geschäft zuständig war, musste sich in diesem Jahr aus dem übergroßen Schatten seines Vorgängers arbeiten.

Das gelang ihm nicht ohne einige Rückschläge. Der schmerzhafteste war das Debakel mit den eigenen Karten für iPhone und iPad, die in der neuen Version des Betriebssystems iOS den bewährten Google-Kartendienst ersetzten. Sie wurden als große Innovation angekündigt, lösten jedoch den Zorn der Nutzer aus. Denn neben schicken 3D-Bildern gab es jede Menge Fehler und weniger Informationen als in der Google-Welt. Cook musste sich persönlich für den Fehlschuss entschuldigen und auf Konkurrenz-Dienste verweisen. Der mächtige iOS-Chef Scott Forstall, ein Jobs-Vertrauter, dem auch Ambitionen auf die Konzernspitze nachgesagt wurden, wurde geschasst. Inzwischen hat Apple viele Fehler in den Maps ausgebessert - doch der Imageschaden bleibt.

„Unter Steve Jobs wäre so etwas nie passiert", hieß es sofort von vielen Seiten. Aber auch diese Aussage entspricht nicht wirklich der Realität: Auch unter dem legendären Visionär gab es ähnliche Fehlschläge - vom „Antennagate" um das Antennendesign beim iPhone 4 bis zum Fehlstart des Clouddienstes MobileMe. Wo Cooks Apple wirklich steht, wird sich im laufenden Weihnachtsgeschäft zeigen: Nach einer Produktoffensive sollen mehr als 60 Prozent der Umsätze mit neuen Geräten gemacht werden. Zugleich bringen neue Produkte wie das kleinere iPad mini unter dem Preisdruck der Konkurrenz weniger Rendite ein als gewohnt.

Der 51-Jährige Cook drückte Apple in den vergangenen Monaten aber bereits seinen Stempel auf: Die Kommunikation wurde offener, der Konzern achtet mehr auf Umweltschutz und Arbeitsbedingungen bei Zulieferern in Asien. Eine spannende Frage für 2013 ist, ob Apple tatsächlich - wie schon lange spekuliert wird - den Sprung ins Geschäft mit Fernsehgeräten wagt oder eine noch ganz unbekannte Innovation herausbringen wird, um die nächste Branche aufzumischen.

dpa

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