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20:39 10.01.2012
Foto: Auf dem Bau gibt es wieder reichlich Arbeit. Die Branche erlebte 2011 den stärksten Aufschwung seit Langem.
Auf dem Bau gibt es wieder reichlich Arbeit. Die Branche erlebte 2011 den stärksten Aufschwung seit Langem. Quelle: dpa
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Berlin

„Insbesondere der Wohnungsbau, zum Teil auch der Wirtschaftsbau werden 2012 dafür sorgen, dass die zu erwartenden Rückgänge im öffentlichen Bau aufgefangen werden können“, sagte HDB-Präsident Thomas Bauer. 2011 schaffte die Branche mit 9,5 Prozent das größte Umsatzwachstum seit 1994 – vor allem dank eines florierenden Wohnungsbaus. Die Einbußen aus den beiden Vorjahren konnten mehr als wettgemacht werden.

Die Bauindustrie nutzt die Krise als Chance: Bereits 2011 investierten Anleger aus dem In- und Ausland kräftig in deutsche Wohnimmobilien. Kapitalanleger aus dem Süden Europas hätten aus Furcht vor einer Spaltung des Euro-Raums Wohnungen in Deutschland als „sicheren Hafen“ neu entdeckt, sagte Bauer. „Der Wohnungsbau wird auch 2012 von der Krise der Kapitalmärkte profitieren.“ Die Umsätze im Wohnungsbau hätten sich im vergangenen Jahr um etwa 14 Prozent erhöht. Bei Immobilien für Unternehmen betrug das Plus 11 Prozent und im öffentlichen Bau 4 Prozent. Die Investoren konzentrierten sich vor allem auf vier Ballungszentren: In München stieg die Zahl der Neubaugenehmigungen zwischen Januar und Oktober um 93 Prozent sowie in Frankfurt um 77, in Berlin um 73 und in Hamburg um 29 Prozent, wie das Statistische Bundesamt berichtete.

Für 2012 rechnet der Bauindustrieverband mit der Fertigstellung von 210.000 Wohnungen in Deutschland. Dies wären 12 Prozent mehr als 2011. Die Umsätze dürften in diesem Segment um 6 Prozent steigen, hieß es. Der Wirtschaftsbau, der im vergangenen Jahr um 11 Prozent zulegte, werde im laufenden Jahr aller Voraussicht nach nur noch ein Plus von 3 Prozent schaffen. Allerdings sei diese Sparte sehr konjunkturabhängig und könne stärker als der Wohnungsbau unter einer schwächeren Konjunktur leiden, sagte Bauer. Viele Konjunkturexperten sagen der deutschen Wirtschaft für 2012 nur eine Stagnation voraus. Beim öffentlichen Bau erwartet der Verband einen Umsatzrückgang um 2,5 Prozent.

Starkes Wachstum in Niedersachsen

Auch die niedersächsische Bauwirtschaft ist im vergangenen Jahr überaus stark gewachsen. Bis Ende Oktober erhöhten sich die baugewerblichen Umsätze nach Angaben des Bauindustrieverbandes Niedersachsen-Bremen um 13,5 Prozent. Die Unternehmen stellten auch mehr Mitarbeiter ein. 

Im Wohnungsbau stiegen die Umsatzerlöse um fast 17 Prozent und im Wirtschaftsbau um 11 Prozent. Der öffentliche Bau legte insgesamt um fast 12 Prozent zu – beim Hochbau gab es hier allerdings ein Minus von 11 Prozent. Das Wachstum werde sich voraussichtlich in diesem Jahr fortsetzen – „aber nicht im gleichen Ausmaß wie 2011“, sagte der stellvertretende Hauptgeschäftsführer des Verbandes, Harald Freise. Besonders im Wohnungsbau seien Zuwächse zu erwarten. Der öffentliche Bau hingegen entwickele sich zum „Sorgenkind“, berichtete der Verband.

Weiterhin optimistisch sind die niedersächsischen Handwerksbetriebe. „Auch für das Jahr 2012 stehen die Zeichen für das Handwerk und seine Beschäftigten gut“, betont die Landesvertretung der Handwerkskammern Niedersachsen. „Es gibt gegenwärtig keinen Grund für Pessimismus.“

Maja Heinrich/dis

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