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Wirtschaft Amazon fordert Apple heraus
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20:42 28.09.2011
Auf diesem kleinen Gerät ruhen große Erwartungen: Amazon-Chef Jeff Bezos stellt den Tablet-Computer Kindle Fire vor. Quelle: dpa
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New York

Damit wird für das Amazon-Tablet nicht einmal die Hälfte der rund 500 Dollar fällig, die Käufer für das günstigste iPad hinlegen müssen.

Dem Amazon-Tablet, das Mitte November in den USA auf den Markt kommt, wird nicht zuletzt wegen des niedrigen Preises zugetraut, zum stärksten Konkurrenten für das iPad zu werden. Dazu könnte auch beitragen, dass der Onlinehändler ebenso wie Apple über eine breite Palette an Inhalten wie Bücher, Filme, Musik und Apps verfügt. Wann das Gerät auf den deutschen Markt kommt, blieb gestern offen.

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Das Kindle Fire ist allerdings mit einer Bildschirmdiagonalen von 17,8 Zentimetern (sieben Zoll) kleiner als das iPad. Eine Mobilfunkverbindung ist nicht vorgesehen, sondern nur WLAN. Apple hatte sich stets dagegen ausgesprochen, Tablets mit einem Sieben-Zoll-Bildschirm zu bauen, weil dies zu klein sei. Das Kindle Fire läuft mit dem Google-Betriebssystem Android – allerdings in einer von Amazon selbst weiterentwickelten Version.

Das iPad ist rund eineinhalb Jahre nach dem Marktstart nach wie vor das Maß aller Dinge im Tablet-Geschäft. In den vergangenen Monaten kamen zwar viele konkurrierende Geräte heraus, doch Apple hält nach Einschätzung von Experten immer noch rund drei Viertel des Markts. Mit dem Touch-Pad von Hewlett-Packard wurde zuletzt ein iPad-Herausforderer nach nur wenigen Wochen auf dem Markt aus dem Verkehr gezogen. Auch das Playbook des Blackberry-Anbieters Research In Motion verkauft sich wohl schlecht.

Etwas besser läuft es für die vielen Android-Tablets, allerdings wurde keines davon auch nur annähernd zu einem Verkaufshit wie das iPad. Zudem schießt Apple mit Ideenklauvorwürfen vor allem gegen den starken Wettbewerber Samsung. Amazon hat aber etwas, was andere Konkurrenten nicht haben – eine ähnlich starke Inhalteplattform wie Apples iTunes-Store.

Der Internethändler hat in den vergangenen Jahren seine Palette an online verfügbaren Inhalten Schritt um Schritt ausgebaut. Allerdings blieben einige Angebote wie der Dienst zum Speichern von Musik im Internet, die Film-Down-
loads oder die Plattform für Android-Apps bisher US-Kunden vorbehalten. Oft verzögern komplexe Verhandlungen mit Rechteinhabern einen internationalen Start, so kam zum Beispiel auch Amazons Kindle deutlich später nach Europa.

Der Onlinehändler kann auf dem Erfolg seines Kindle-Lesegeräts für digitale Bücher aufbauen. Am Mittwoch stellte Amazon-Chef Jeff Bezos zudem ein neues Kindle-Lesegerät für elektronische Bücher mit einem Schwarz-Weiß-Bildschirm vor, das man ebenfalls mit dem Finger steuern kann. Das Kindle Touch soll 99 Dollar kosten, mit Mobilfunkverbindung 149 Dollar. Einen gewöhnlichen Kindle-Reader gibt es jetzt für nur noch 79 Dollar. Er könnte ein Hit im kommenden Weihnachtsgeschäft werden.

Andrej Sokolow