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Wirtschaft Allianz überrascht mit 1,4 Milliarden Euro Gewinn
Mehr Welt Wirtschaft Allianz überrascht mit 1,4 Milliarden Euro Gewinn
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14:07 09.05.2012
Nach einem schlechten Jahr kann der Allianz-Vorstandsvorsitzende Michael Diekmann wieder gute Quartalszahlen verkünden. Quelle: dpa
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München

Europas größter Versicherer Allianz ist überraschend gut ins Jahr gestartet. Der Gewinn stieg im ersten Quartal auf über 1,4 Milliarden Euro - das waren knapp 60 Prozent mehr als im Vorjahresquartal, das von Naturkatastrophen geprägt war. Vorstandschef Michael Diekmann sagte am Mittwoch auf der Hauptversammlung in München: „Wir sind damit auf Kurs, unser Ziel für 2012 zu erreichen.“ Nachdem der Gewinn im Vorjahr um die Hälfte auf 2,5 Milliarden Euro eingebrochen war, soll er in diesem Jahr leicht steigen. Aber das Ziel sei anspruchsvoll, warnte Diekmann mit Blick auf die anhaltende Euro-Schuldenkrise.

Analysten hatten mit einem etwas geringeren Aufschwung zu Jahresbeginn gerechnet. Diekmann sagte, alle drei Geschäftssegmente - Sachversicherung, Lebensversicherung und Vermögensverwaltung - hätten bessere Ergebnisse erzielt. Der Umsatz übertraf die knapp 30 Milliarden Euro des Vorjahresquartals. Das operative Ergebnis stieg um 40 Prozent auf gut 2,3 Milliarden Euro. Im Gesamtjahr strebt die Allianz ein operatives Ergebnis zwischen 7,7 und 8,7 Milliarden Euro an.

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Aber „die Staatsschuldenkrise ist bei weitem noch nicht ausgestanden, die Kapitalmärkte bleiben volatil und die Zinsen niedrig. Deshalb halten wir das angestrebte Ergebnisniveau durchaus für anspruchsvoll“, sagte Diekmann. Er warnte eindringlich vor neuen Schulden für Konjunkturprogramme. Die Börse nahm diese Fußnote zur Prognose negativ auf, der Kurs drehte ins Minus.

Den größten Gewinnzuwachs erhofft sich Diekmann von einer Normalisierung der Schadenslast durch Naturkatastrophen. Im laufenden Jahr plant die Allianz dafür 1,2 Milliarden Euro ein. Im vergangenen Jahr hatten der Tsunami in Japan, Erdbeben und Überschwemmungen in Neuseeland, Australien und Thailand und andere Naturkatastrophen der Allianz 2011 fast 1,8 Milliarden Euro gekostet.

Börsengang in China geplant

Die Aktionäre sollen auf der Hauptversammlung die Weichen für einen Börsengang der Allianz in China stellen. Drei Jahre nach dem Rückzug von der Wall Street sieht Diekmann Chancen, die Allianz in Asien damit bekannter zu machen und Geld für Wachstum einzusammeln. Der chinesische Versicherungsmarkt soll sich in den nächsten drei Jahren auf ein Volumen von mehr als 300 Milliarden Euro verdoppeln und wäre damit der zweitgrößte nach dem US-Markt.

Mit Beifall verabschiedeten die Aktionäre den ausscheidenden Aufsichtsratschef Henning Schulte-Noelle, der von 1991 bis 2003 als Vorstandschef an der Spitze des Konzerns gestanden hatte. „Sie sind Mister Allianz“, sagte Daniela Bergdolt für die Deutsche Schutzgemeinschaft für Wertpapierbesitz (DSW) dem 69-Jährigen. Gerhard Cromme erklärte als dienstältestes Aufsichtsratsmitglied, Schulte-Noelle habe die Allianz durch den Ausbau in Osteuropa und den USA sowie die Übernahme der AGF-Versicherung in Frankreich internationaler und erfolgreicher gemacht mit. „Auch wenn die Übernahme der Dresdner Bank aus heutiger Sicht als unglücklicher Schritt erscheint, sprachen damals gute Gründe dafür“, sagte Cromme.

Ebenfalls verabschiedet wurde der langjährige Finanzvorstand Paul Achleitner, der Ende Mai an die Spitze des Kontrollgremiums der Deutschen Bank wechselt. Achleitner habe nicht nur die Gelder der Versicherung gut angelegt, sondern sich als Mitgestalter des europäischen Rettungsschirms „auch um das Gemeinwohl verdient gemacht“, sagte Schulte-Noelle.

dpa

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