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Wirtschaft Airbus A380: Lufthansa verspricht mehr Beinfreiheit
Mehr Welt Wirtschaft Airbus A380: Lufthansa verspricht mehr Beinfreiheit
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19:23 19.05.2010
Auch den Passagieren in der „Economyclass“ will die Fluggesellschaft ein neues Raumempfinden mit senkrechten Wänden und ebener Decke bieten. Quelle: dpa
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Zuvor bringt der Superjumbo „Frankfurt am Main“ die Fußball-Nationalmannschaft zur Weltmeisterschaft nach Südafrika.

Die Konkurrenten von Air France hatten bereits im November vergangenen Jahres einen A 380 in Dienst gestellt, weltweit ist Lufthansa die Nummer fünf. Noch in diesem Jahr sollen drei weitere Superjumbos mit dem Kranich-Logo am Heck in den Linienbetrieb gehen.

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„Mit einem spezifischen Treibstoffverbrauch von drei Litern pro Passagier pro 100 Kilometer und durch die leisen Trent-900-Triebwerke von Rolls-Royce mit sehr geringen Lärmemissionen setzt der A 380 neue Maßstäbe auch in puncto Umweltfreundlichkeit“, sagte Lufthansa-Chef Wolfgang Mayrhuber am Mittwoch bei der Übergabezeremonie im Hamburger Airbus-Werk. Die Lufthansa will im Kampf um lukrative Geschäftskunden mit Komfort und Ruhe punkten: Die Fluggesellschaft hat für das Großraumflugzeug extra eine neue „First Class“ entwickelt, die mit exklusivem Kabinendesign, schallisolierenden Trennwänden, einer speziellen Außenhautdämmung und einem Teppichboden mit Trittschallschutz die leiseste Luxusklasse der Welt sein soll.

In der Branche gilt das Vorhaben als gewagt – Konkurrenten haben ihre „First Class“ wegen der geringen Nachfrage bereits aufgegeben. Bei der Lufthansa finden acht Passagiere in der „First Class“ auf dem Oberdeck Platz. Dort lässt sich auf der Langstrecke so etwas wie Privatsphäre genießen: Aus dem Sessel wird ein vollwertiges Bett, mehr als zwei Meter lang und 80 Zentimeter breit. Die einzelnen Schlafstätten lassen sich mit ausfahrbaren Wänden individuell trennen.

Der Bettkomfort wurde bei Testflügen erprobt. „Wir hatten von unseren Gästen Rückmeldungen, dass sie bei uns an Bord besser geschlafen haben als im Hotel“, sagt ein Lufthansa-Sprecher. „Die Crew musste die Gäste häufig zur Landung wecken.“ Jedem Fluggast steht ein abschließbarer Schrank zur Verfügung, und nach dem Schlafen teilen sich die First-Class-Gäste zwei Badezimmer, die mit normalen Flugzeugtoiletten nichts zu tun haben. So viel Luxus ist von etwa 10.000 Euro aufwärts zu haben.

Hinter der Luxusklasse finden 98 „Businessclass“-Kunden nicht ganz so viel Platz, aber immer noch mehr als die bis zu 420 Passagiere aus der „Economyclass“ im Unterdeck. Aber auch für die Normalzahler ergebe sich ein bisher aus Flugzeugen nicht gekannter Raumeindruck, hieß es, mit senkrechten Wänden und ebener Decke. Der Fortschritt liege im Detail: Ein bisschen mehr Beinfreiheit und ergonomisch besserer Sitzkomfort, ein Bildschirm für das neue Unterhaltungssystem an jedem Platz, die bekannten Farben blau und grau.

Die Lufthansa hat 15 A 380 bestellt, in diesem Jahr werden insgesamt vier Maschinen ausgeliefert. Neben Tokio will die Gesellschaft Peking und Johannesburg ansteuern. Airbus hat bislang 202 Superjumbos verkauft und 27 Maschinen ausgeliefert. Der A 380 war lange das Sorgenkind für Airbus: Erhebliche Produktionsprobleme hatten zu einer fast zweijährigen Verzögerung des Erstflugs geführt, noch immer läuft die Produktion schleppend.

ap / dpa