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19:24 05.08.2009
Die Weltmeisterschaft 2010 soll das Fußballgeschäft antreiben. Quelle: Jörg Koch/ddp (Archiv)
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Im ersten Halbjahr standen noch 13 Millionen Euro Konzerngewinn nach 286 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum zu Buche. Für das zweite Halbjahr kündigt Konzernchef Herbert Hainer Besserung an.

Vor allem bei der vor drei Jahren gekauften US-Tochter Reebok regiert aber das Prinzip Hoffnung. Mehrmals schon hatte Hainer eine Trendwende vorausgesagt. Doch im ersten Halbjahr 2009 weitete Reebok sein Defizit von 24 auf 147 Millionen Euro aus. Dieses Jahr werden die Reebok-Umsätze weiter abbröckeln, räumte der adidas-Chef ein. „Wir stehen zu Reebok“, versicherte er dennoch und hofft nun auf 2010. Es sei mittlerweile gelungen, mit der US-Tochter wieder in höhere Preissegmente vorzudringen und zum Beispiel mit einer Fitnesskampagne erfolgreich Frauen als Kernzielgruppe anzusprechen. Wann Reebok aber profitabel sein wird, wollte Hainer nicht abschätzen.

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Auch Prognosen für die weitere Marktentwicklung wagt Hainer nicht. Für adidas sei allerdings das Schlimmste vorbei. Er rechnet mit maximal 5 Prozent Umsatzrückgang im Gesamtjahr, nachdem die Erlöse in der ersten Hälfte um 7 Prozent auf noch gut 5 Milliarden Euro nachgegeben haben. Einzig das Golf-Segment TaylorMade-adidas konnte zwischen April und Juni ein Umsatzplus von 3 Prozent erzielen. Im zweiten Halbjahr werde adidas auch wieder deutlich besser verdienen und im Gesamtjahr „signifikante“ Gewinne vorweisen können.

Die gesamte Branche hofft auf die Fußballweltmeisterschaft, die 2010 erstmals in Afrika ausgespielt wird. adidas rüstet Teams wie Deutschland, Europameister Spanien und WM-Gastgeber Südafrika aus. 1,3 Milliarden Euro Fußball-Umsatz soll das Spektakel dem hinter Nike zweitgrößten Sportartikler der Welt bringen und damit den Umsatzrekord der Europameisterschaft 2008 brechen.

adidas, Nike & Co. könnten positive Impulse gut brauchen. Die Herzogenauracher haben im ersten Halbjahr rund 1000 von weltweit 39.000 Stellen gestrichen. Bei Weltmarktführer Nike läuft der Abbau von 1700 der 35.000 Jobs. Weitere Einschnitte werde es bei adidas aber nicht geben, man müsse auch für einen Aufschwung gerüstet bleiben, sagte Hainer. Die Anleger konnte er damit gestern überzeugen. Die Aktie der Franken lag gestern in der Spitze mit 8 Prozent im Plus. Analysten hatten im zweiten Quartal 2009 Konzernverluste befürchtet und wurden angenehm überrascht.

von Thomas Magenheim