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Wirtschaft ADAC-Präsident nutzte Rettungshubschrauber für Dienstreisen
Mehr Welt Wirtschaft ADAC-Präsident nutzte Rettungshubschrauber für Dienstreisen
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18:04 24.01.2014
Die Rettungshubschrauber gehören zur gemeinnützigen ADAC-Luftrettung.
Die Rettungshubschrauber gehören zur gemeinnützigen ADAC-Luftrettung. Quelle: dpa
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München

Beim ADAC haben offenbar Mitglieder des Präsidiums Rettungshubschrauber des Autoclubs für Dienstreisen genutzt. Der ADAC bestätigte dies dem Magazin „Stern“ laut einem Bericht vom Freitag. Konkret bestätigte der Club demnach mehrere dienstliche Flüge des Vereinspräsidenten Peter Meyer innerhalb eines Tages im Sommer 2003. "Laut ADAC-Statuten darf das Präsidium in begründeten Ausnahmefällen Reservemaschinen der Luftrettung nutzen“, sagte ein ADAC-Sprecher und betonte, es werde alles in Rechnung gestellt. Dem Magazin „Stern“ sagte ein Sprecher des Clubs, das sei bei Präsidiumsmitgliedern in den vergangenen zehn Jahren „weniger als 30 Mal“ vorgekommen.

Nach Angaben auf der ADAC-Homepage verfügt die ADAC-Luftrettung GmbH über rund 50 Hubschrauber an 36 Luftrettungsstationen. Nach „Stern“-Angaben werden die Hubschrauber aus Bundesmitteln, Krankenkassenbeiträgen, von den ADAC-Mitgliedern und durch Spenden finanziert. Der Verband der Ersatzkassen (VdEK) hatte bisher nach eigenen Angaben keinen Hinweis auf Flüge des Präsidiums mit Rettungshubschraubern, wie der „Stern“ berichtete.

Der Automobilclub steht seit Tagen in der Kritik, nachdem bekannt wurde, dass der inzwischen geschasste ADAC-Kommunikationschef Michael Ramstetter beim Preis „Lieblingsauto der Deutschen“ die Zahlen geschönt hatte. Die ADAC-Führung hatte betont, von den Vorgängen nichts gewusst zu haben.

Am Donnerstag war bekannt geworden, das der ADAC um seinen Vereinsstatus bangen muss. Das Registergericht beim Amtsgericht München überprüft den Status des Autoclubs. Eine Sprecherin des Gerichts sagte am Donnerstag, Auslöser für die Prüfung sei ein Antrag gewesen. Die Justiz sei - auch wenn es die Möglichkeit dafür gebe - nicht von sich aus tätig geworden. Der Ausgang des Verfahrens sei offen. Lange wird der ADAC aber kaum auf eine Entscheidung warten müssen. "Das wird kaum länger als einen Monat dauern", sagte die Sprecherin. 

dpa/afp/frs

Dirk Stelzl 23.01.2014
23.01.2014
23.01.2014