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Wirtschaft E-Mobilität lässt Bosch-Beschäftigte um ihre Jobs fürchten
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15:56 04.04.2019
Die Demonstration bei Bosch in Bamberg. Quelle: dpa
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Bamberg

Mehrere Tausend Mitarbeiter des Autozulieferers Bosch haben in Bamberg angesichts des Umbruchs in ihrer Branche für den Erhalt ihrer Arbeitsplätze demonstriert. Themen wie Klimaschutz und die Verbesserung der Gesundheit stünden „nicht im Widerspruch zum heutigen Verbrenner - weder Benzin noch Diesel“, sagte der Betriebsratsvorsitzende von Bosch Bamberg, Mario Gutmann, am Donnerstag vor den Mitarbeitern. Das Unternehmen müsse dem Standort mit Innovationen in Zukunftsprodukte eine Perspektive geben.

Bei Bosch hängen allein in Deutschland gut 15 000 Arbeitsplätze vom Diesel ab. Im vergangenen Jahr hat Bosch in Bamberg und im saarländischen Homburg bereits 600 Stellen gestrichen. In dem Werk in Oberfranken fertigt Bosch nach Angaben eines Unternehmenssprechers Einspritzventile für den Benzin- und Dieselmotor sowie Zündkerzen. Zündkerzen machen demnach rund 10 Prozent aus, Diesel- und Benzinprodukte jeweils rund 45 Prozent.

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Der Leiter des Werks, Martin Schultz, zeigte Verständnis für den Protest der rund 3000 Beschäftigten. Bosch investiere in Bamberg weiter in Verbrennungstechnologien, etwa noch sauberere Diesel, um die Zukunft der Menschen zu sichern, sagte er. Zugleich sagte Schulz, dass die sinkende Nachfrage nach Teilen für Diesel-Motoren eine Herausforderung sei.

Vor dieser stehen derzeit viele Zulieferer: Die Politik macht Druck auf die Autohersteller, mehr Elektroautos und weniger Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor zu bauen. Um ein E-Auto zu bauen werden aber nur noch wenige der Bauteile benötigt, wie sie Zulieferer bisher herstellten. Hinzu kommt die Absatzschwäche des Diesel, nachdem Städte wie Hamburg und Stuttgart Fahrverbote wegen zu hoher Stickoxid-Werte gegen ältere Dieselmodelle verhängt haben. In anderen Städten drohen Aussperrungen.

Betriebsratschef Gutmann betonte, dass das Ziel sein müsse, „in alle Richtungen technologieoffen zu sein“. Nur so könnten in Zukunft Arbeitsplätze in der Autoindustrie gesichert und gleichzeitig die notwendigen Klimaziele erreicht werden. Allerdings kritisierte er auch die Absicht von Autoherstellern wie VW, hauptsächlich auf elektrifizierte Fahrzeuge zu setzen - gebraucht würden unter anderem auch Hybride und synthetische Brennstoffe, so Gutmann.

Von boehm

Der Artikel "E-Mobilität lässt Bosch-Beschäftigte um ihre Jobs fürchten" stammt von unserem Partner, dem RedaktionsNetzwerk Deutschland.