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Welt WhatsApp gehackt: Facebook empfiehlt Update
Mehr Welt WhatsApp gehackt: Facebook empfiehlt Update
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11:56 14.05.2019
Der Chatdienst WhatsApp hat eine Sicherheitslücke geschlossen, durch die Überwachungs-Software auf Smartphones installiert werden konnte. Quelle: Andrea Warnecke
Menlo Park

Anderenfalls könnte Schadsoftware auf das Smartphone oder Tablet gelangen, wenn man einen präparierten WhatsApp-Anruf erhält.

Haben sich die WhatsApp-Anwendungen nicht automatisch aktualisiert, genügt es in aller Regel, den App-Store auf dem Gerät zu öffnen, um das Update anzustoßen. Um sicher zu gehen, kann man danach in der Anwendung die Versionsnummer überprüfen. Diese findet sich in den Einstellungen unter Hilfe, teils auch unter Hilfe und dann App-Info.

Sichere WhatsApp-Versionen tragen laut der WhatsApp-Mutter Facebook die Nummern 2.19.134 (Android), 2.19.51 (iOS), 2.18.348 (Windows Phone) und 2.18.15 (Tizen) oder höher. Bei den Business-Versionen von WhatsApp sollten die Nummern 2.19.44 (Android) oder 2.19.51 (iOS) oder höher lauten.

Hintergrund der Empfehlung ist die Ausnutzung einer Schwachstelle in der Umsetzung der Internet-Telefonie (VoIP). Facebook geht aber nach eigenen Angaben davon aus, dass nur einige ausgewählte Nutzer das Ziel von Angriffen geworden sein dürften.

Hintergrund

Der Chatdienst WhatsApp hat eine Sicherheitslücke geschlossen, durch die Überwachungs-Software auf Smartphones installiert werden konnte. Die Geräte konnten mit einem präparierten WhatsApp-Anruf infiziert werden, da die Schwachstelle in der Umsetzung der Internet-Telefonie lag. Hinter der Angriffs-Technologie werde die israelische Firma NSO vermutet, die Spionage-Werkzeuge an Regierungen verkauft, berichteten unter anderem die «Financial Times» und das Blog «TechCrunch». WhatsApp geht davon aus, dass Ziel der Angriffe lediglich einige ausgewählte Nutzer geworden sein dürften.

So war wohl ein Menschenrechts-Anwalt in Großbritannien am Wochenende Ziel einer versuchten Cyber-Attacke über die Schwachstelle geworden, wie die «Financial Times» unter Berufung auf Forscher des Citizen Lab an der Universität von Toronto berichtete. Der Angriff sei durch die von WhatsApp zu dem Zeitpunkt bereits unternommenen Gegenmaßnahmen aber gescheitert, hieß es.

Der zum Facebook-Konzern gehörende Chatdienst erfuhr Anfang Mai von dem Problem und schloss die Lücke innerhalb weniger Tage. Betroffen waren Smartphones mit dem Google-System Android, das iPhone von Apple sowie Telefone mit Microsofts Windows Phone und Samsungs Tizen, wie aus einem in der Nacht zum Dienstag veröffentlichten technischen Hinweis hervorgeht. WhatsApp schaltete auch US-Regierungsbehörden für Ermittlungen ein.

Das bekannteste Produkt der Firma NSO ist eine Software mit dem Namen Pegasus, das nach bisherigen Informationen Mikrofon und Kamera eines Telefons aktivieren, Standort-Daten sammeln sowie E-Mails und Kurzmitteilungen durchsuchen kann. NSO betonte in einer Stellungnahme an die «Financial Times», das Unternehmen setze seine Werkzeuge nicht selbst ein, das machten nur Geheimdienste und Sicherheitsbehörden. Die Firma prüfe den aktuellen Sachverhalt.

Die «Financial Times» schrieb unter Berufung auf einen nicht namentlich genannten Spionagesoftware-Händler, die jüngste Attacke auf WhatsApp habe auch funktionieren können, wenn der Nutzer den eingehenden Anruf nicht annahm. Zudem sei oftmals der Eintrag zu dem Anruf in der Anrufliste der App nachträglich verschwunden.

WhatsApp hat rund 1,5 Milliarden Nutzer weltweit und stellt als einen Vorteil des Dienstes die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung heraus, bei der Daten grundsätzlich nur für Absender und Empfänger lesbar sind. Den Angaben schloss WhatsApp die Lücke auf den Servern am Freitag. Die sichere Version der App für Verbraucher wurde am Montag veröffentlicht. Das Unternehmen empfiehlt allen Nutzern, zur Sicherheit die aktuelle Version der App zu installieren und das Betriebssystem auf dem aktuellen Stand zu halten.

dpa