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Welt Trumps Breitseite gegen das FBI
Mehr Welt Trumps Breitseite gegen das FBI
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19:31 21.05.2018
US-Präsident Donald Trump. Quelle: AP
Washington

Wie eine dunkle Gewitterwolke hängen die Ermittlungen in der Russland-Affäre über dem US-Präsidenten. Mehr und mehr Zeugen erklären sich zur Kooperation mit der Bundespolizei bereit, um drohenden Haftstrafen zu entgehen. Die Ungewissheit über deren Aussagen müsste für dem Chef des Weißen Hauses eigentlich unerträglich sein.

Doch Donald Trump verhält sich anderes, als es seine politischen Gegner vermuten: Anstatt eigene Erklärungen zu präsentieren, was sich im Inneren seiner Wahlkampagne in den brisanten Wochen abspielte, holt der 71-Jährige zum Gegenschlag aus: Trump feuert eine volle Breitseite gegen das FBI ab und unterstellt der früheren Administration, ihn gezielt ausspioniert zu haben.

Der Präsident zeigt sich einmal mehr als geschickter Propagandist, der mehrere Vorgänge, die streng genommen nichts miteinander zu tun haben, zusammenwirft und instrumentalisiert. Tatsächlich gab es frühzeitige Ermittlungen gegen den Wahlkampfmanager Paul Manafort und den späteren Sicherheitsberater Mike Flynn. Beide aber hatten lange vor ihrer Mitarbeit im Trump-Team überaus heikle Kontakte gepflegt, die genügend Anlass zur polizeilichen Überwachung boten. Ausspioniert wurde nicht Trumps Kampagne, sondern deren halbseidenen Mitstreiter.

Doch nach so viel Feinheit in der Argumentation steht der US-Politik zurzeit nicht der Sinn. Mit Blick auf die Zwischenwahlen im November wird zumeist grob vereinfacht – und die Reputation des FBI und ihres Sonderermittlers Robert Mueller nach Kräften beschädigt.

Wer als Sieger aus diesem Tauziehen hervorgeht, lässt sich nicht vorhersagen. Aber Trump hat auf der Gegenseite einen wunden Punkt erkannt, auf den er in den kommenden Tagen und Wochen einschlägt. Die Fronten verhärten sich – und auf der Strecke bleibt die Aufklärung der Frage, inwieweit ausländische Mächte auf die US-Wahl Einfluss genommen haben.

Von Stefan Koch/RND

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