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Welt Ein Tatverdächtiger von Chemnitz kommt frei
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16:36 18.09.2018
Bei einer Gedenkveranstaltung am Tatort, wo der 35-jährige Deutsche Daniel H. bei einer Messerattacke getötet wurde, steht ein Polizist neben den Blumen. Quelle: Hendrik Schmidt/dpa
Chemnitz

Wende im Ermittlungsverfahren in Chemnitz: Der 22-jährige Iraker Yousif A. wird aus der Haft entlassen. Das Amtsgericht Chemnitz kam dem Antrag von Yousif A.’s Rechtsanwalt, Ulrich Dost-Roxin, auf Haftentlassung nach. Dieser sieht keinerlei Beweise für eine Tatbeteiligung des Irakers – auch schon zum Zeitpunkt des Erlasses des Haftbefehls am 27. August nicht. Yousif A. saß seit drei Wochen in Untersuchungshaft. Die Staatsanwaltschaft bestätigte, dass einer der Tatverdächtigen wieder auf freien Fuß kommt.

In der Begründung seiner Haftbeschwerde führte Dost-Roxin unter anderem aus, dass von der Staatsanwaltschaft im Haftbefehl aufgeführte Zeugenaussagen zu unpräzise seien, um daraus einen dringenden Tatverdacht gegen Yousif A. abzuleiten. Auch der Fund eines Messers in der Nähe des Tatorts, an denen laut Staatsanwaltschaft „blutähnliche Anhaftungen“ gefunden worden seien, sei kein Beweis für die Täterschaft seines Mandaten, weil auf dem Messer keine Fingerabdrücke von Yousif A. gefunden worden seien. Das zweite Messer ist unmittelbar nach der Tat verschwunden.

Dass A. einer der Mittäter gewesen sein könnte, bezeichnete er im Gespräch mit dem NDR und der SZ, die zuerst über die Freilassung berichteten, als „Phantasiegebilde der Staatsanwaltschaft.“ „Kein Tatzeuge bezichtigte meinen Mandanten der Tatbeteiligung“, sagte Dost-Roxin. Die von der Chemnitzer Staatsanwaltschaft präsentierten Beweise seien „Fake-Beweise“ gewesen. Das Amtsgericht Chemnitz wollte seine Entscheidung zur Freilassung von Yousif A. nicht kommentieren.

„Unschuldsvermutung über Wochen mit Füßen getreten“

Die Staatsanwaltschaft hat auf Anregung der Verteidigung Sicherheitsmaßnahmen ergriffen. „Die halte ich für verhältnismäßig und gut“, sagte Strafverteidiger Ulrich Dost-Roxin.

Dost-Roxin kritisierte die sächsische Justiz scharf. „Das gravierend Schlimme an diesem Fall ist, dass die vollziehende Gewalt aber auch die Rechtsprechung, also in dem Fall die Gerichte, die Unschuldsvermutung über Wochen mit Füßen getreten haben.“

Über die Gründe, warum der Haftbefehl beantragt wurde, könne er mutmaßen. „Gut vorstellbar wäre, dass aufgrund der angespannten Situation in der Stadt ein politischer Druck bestanden hat, der dazu geführt hat, dass man schnell einen Ermittlungserfolg haben wollte“, sagte Dost-Roxin.

Zweiter Tatverdächtiger bleibt in Untersuchungshaft

Bereits am Vormittag hatte es einen Haftprüfungstermin im Fall des zweiten Tatverdächtigen, dem 23-jährigen Syrer Alaa S., gegeben. Gegen ihn bestehe weiterhin dringender Tatverdacht, teilte die Staatsanwaltschaft Chemnitz mit. Und: Der Tatverdacht habe sich erhärtet. Nach einem dritten Tatverdächtigen wird weiterhin gefahndet. Die Staatsanwaltschaft geht nach derzeitigem Stand davon aus, dass Alaa S. und der flüchtige Iraker die Tat begangen haben.

Wie genau es zu der tödlichen Messerattacke auf Daniel H. kam, ist immer noch unklar. Weder Polizei noch Staatsanwaltschaft haben bisher mitgeteilt, was sich ihrer Ansicht nach in der Tatnacht genau ereignete. Inhaftiert wurden wegen dringendem Tatverdacht aber unmittelbar nach dem Tötungsdelikt Yousif A. sowie ein junger Syrer namens Alaa S., gegen die die Staatsanwaltschaft Chemnitz wegen gemeinschaftlichen Totschlags ermittelte. Außerdem fahndet die Polizei nach einem dritten Tatverdächtigen, dem Iraker Farhad A.

Die Tötung des Chemnitzers Daniel H. Ende August hatte zu einer Reihe ausländerfeindlicher Proteste in der Stadt und später zu einer innenpolitischen Krise in Deutschland geführt, nachdem der Präsident des Bundesamts für Verfassungsschutz, Hans-Georg Maaßen, erklärt hatte, ein Video, das die Verfolgung von Ausländern in Chemnitz zeigt, sei möglicherweise falsch.

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Von RND/lf/ngo

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