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Welt Talsperren im Harz laufen langsam leer
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16:58 07.09.2018
Sösetalsperre im Harz: Der Wasserstand sinkt jeden Tag um zehn Zentimeter. Quelle: Swen Pförtner/dpa
Osterode

„Man kann zugucken, wie es weniger wird“, sagt Ingo Schomburg und blickt sorgenvoll auf die Sösestausee im Harz. „Der Wasserstand sinkt jeden Tag um ungefähr zehn Zentimeter“, berichtet der Talsperrenwärter. Am Freitag war der Trinkwasser-Stausee bei Osterode, der mehr als neun Millionen Kubikmeter fassen kann, schon zu fast zwei Dritteln leer.

In den übrigen großen Talsperren im Westharz sieht es nicht viel besser aus. Die sechs Stauseen, die zusammen ein Fassungsvermögen von rund 180 Millionen Kubikmeter haben, sind nur noch zu durchschnittlich 45 Prozent gefüllt. In den vergangenen Monaten hat es so wenig geregnet wie nie zuvor seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1857.

„Von Februar bis August sind hier nur 330 Millimeter Niederschlag gefallen“, sagt der Hydrologe Frank Eggelsmann von den Harzwasserwerken. Und Besserung ist nicht in Sicht. Zugleich ist der Wasserverbrauch in diesem Sommer besonders hoch. Etwa zehn Millionen Kubikmeter pro Monat haben die Harzwasserwerke an ihre Kunden abgegeben, rund 17 Prozent mehr als im Vorjahr.

Bei anhaltender Trockenheit und gleichbleibendem Verbrauch, so hat das Unternehmen errechnet, werden die Trinkwasservorräte im Harz nur noch wenige Monate reichen. „Es besteht zwar noch kein Grund zur Panik. Und wir haben auch noch kein Krisenszenario“, sagt der Technische Geschäftsführer Christoph Donner. Es seien aber bereits erste Schritte eingeleitet worden, um die Versorgung sicherzustellen.

Die Lage ist ernst

Das betrifft vor allem die Sösetalsperre. Die Wasserabgabe aus dem Stausee wurde von 550 auf 400 Liter pro Sekunde reduziert. Und weil aus höher gelegenen Regionen so gut wie nichts mehr nachläuft, wird der zum Unesco-Welterbe „Oberharzer Wasserwirtschaft“ gehörende Morgenbrodstaler Graben in den Stausee umgeleitet.

Die Harzwasserwerke beliefern rund zwei Millionen Menschen in Niedersachsen und Bremen mit Trinkwasser. „Wir rufen unsere Kunden zwar noch nicht zum Wassersparen auf“, sagt Sprecherin Marie Kleine. Ernst sei die Lage aber trotzdem. „Wenn wir nichts tun, sind die Talsperren im Februar leer“, sagt Hydrologe Eggelsmann.

Das Unternehmen bereitet sich auf ein weiteres Trockenjahr vor. „Wir gehen davon aus, dass extreme Wetterereignisse – also lange Trockenperioden ebenso wie intensive Starkregenereignisse – zunehmen werden“, sagt Geschäftsführer Donner. Die Bedeutung des Wasserspeichers Harz werde weiter steigen. Darum müsse unter anderem geprüft werden, ob sich durch neue Stollen zusätzliche Verbindungen zwischen den Talsperren herstellen ließen, um Wasser bei Bedarf hin- und herpumpen zu können. Aber auch die Vergrößerung bestehender Stauseen oder der Bau weiterer Talsperren sei eine Möglichkeit.

Von Matthias Brunnert und Tarek Abu Ajamieh

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