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Welt Strompreise steigen 2019 an: Was Verbraucher jetzt wissen müssen
Mehr Welt Strompreise steigen 2019 an: Was Verbraucher jetzt wissen müssen
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13:57 19.11.2018
Zum Jahreswechsel haben mehrere Versorger Strompreiserhöhungen angekündigt. Verbraucherschützer kritisieren das Vorgehen. Quelle: Bernd Weißbrod/dpa
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Die Ankündigungsfrist für mögliche Preiserhöhungen endet am Dienstag, den 20. November 2018. Kurz vor Ablauf der Frist haben zahlreiche Versorger ihre Pläne bekanntgegeben. Das Vergleichsportal Verivox verzeichnet 218 Stromversorger, die die Preise für ihre Kunden anheben. Auch Check24 zählt aktuell 160 Anbieter, die ihre Preise bereits erhöht haben oder vorhaben, dies in den nächsten Wochen zu tun.

Wie viel mehr Geld zahlt man 2019 für Strom?

Laut Bundesnetzagentur lag der Strompreis für Haushaltskunden seit 2016 relativ stabil bei 29,88 Cent je Kilowattstunde (kWh). Für 2019 rechnet das Stromportal StromAuskunft mit einem durchschnittlichen Preis von 30,5 Cent pro kWh. Für einen Drei-Personen-Haushalt mit einem durchschnittlichen Jahresverbrauch von 4000 kWh fallen laut Verivox zukünftig rund 55 Euro mehr im Jahr an. Insgesamt rechnen Experten mit einem Kostenanstieg von vier bis fünf Prozent.

Ist die Erhöhung der Strompreise gerechtfertigt?

Die Versorger begründen die Preissteigerung mit gestiegenen Kosten bei der Beschaffung. Der Branchenverband BdEW gibt an, dass die Beschaffungskosten in den letzten zwei Jahren um mehr als die Hälfte gestiegen seien. Auch ein Anstieg der Preise für CO2-Emissionszertifikate wird als Grund angegeben.

Momentan beträgt der Anteil der Beschaffungskosten am Strompreis 22 Prozent. Den größeren Rest machen Umlagen, Steuern und Abgaben sowie Netzentgelte (circa 25 Prozent) aus.

Bei Verbraucherschützern sorgt die Erhöhung des Strompreises für Unverständnis. Während steigende Börsenpreise schnell auf die Verbraucher umgelegt würden, sei man bei sinkenden Preisen nicht so schnell bereit, Kunden an den Einsparungen teilhaben zu lassen.

Wo steigen die Strompreise am meisten?

Die Strompreise steigen bundesweit unterschiedlich stark an. Der Verbraucher-Atlas von Verivox gibt Auskunft über die regionalen Unterschiede. Demnach sind in Baden-Württemberg am meisten Haushalte, nämlich rund 3,83 Millionen, von der Strompreiserhöhung betroffen. So stark steigen die Strompreise der örtlichen Grundversorger durchschnittlich an:

• Bayern: 60 von 238 Versorger, Anstieg um 4,7 Prozent

• Baden-Württemberg: 40 von 120 Versorger, Anstieg um 3,9 Prozent

• Berlin: bislang keine Ankündigungen

• Brandenburg: 5 von 27 Versorger, Anstieg um 3 Prozent

• Bremen: bislang keine Ankündigungen

• Hamburg: bislang keine Ankündigungen

• Hessen: 16 von 52 Versorger, Anstieg um 4,6 Prozent

• Mecklenburg-Vorpommern: 9 von 21 Versorger, Anstieg um 7,7 Prozent

• Niedersachsen: 20 von 66 Versorger, Anstieg um 5,4 Prozent

• Nordrhein-Westfalen: 28 von 110 Versorger, Anstieg um 4,2 Prozent

• Rheinland-Pfalz: 7 von 58 Versorger, Anstieg um 4,9 Prozent

• Saarland: 2 von 18 Versorger, Anstieg um 2,4 Prozent

• Sachsen: 3 von 29 Versorger, Anstieg um 7 Prozent

• Sachsen-Anhalt: 10 von 40 Versorger, Anstieg um 2,3 Prozent

• Schleswig-Holstein: 18 von 43 Versorger, Anstieg um 5,9 Prozent

• Thüringen: 6 von 34 Versorger, Anstieg um 5,4 Prozent

In welchen Bundesländern ist Strom am teuersten?

In Hamburg, Brandenburg Schleswig-Holstein und Berlin sind die Strompreise vergleichsweise am höchsten. Hier zahlt ein drei- bis vier-Personen-Haushalt durchschnittlich zwischen 1.137 Euro (Schleswig-Holstein) und 1.159 Euro (Hamburg) im Jahr. In Bremen ist Strom mit durchschnittlich 1.012 Euro pro Jahr am günstigsten.

Was können Verbraucher tun?

Eine häufige Ursache für vergleichsweise hohe Stromkosten sind veraltete Verträge. Die Bundesnetzagentur schätzt, dass noch knapp 28 Prozent der Haushalte solche Verträge in der klassischen Grundversorgung besitzen. Folglich sind eine Umstellung des Vertrages oder ein Anbieterwechsel oftmals sinnvolle Schritte, um Kosten zu sparen.

Beim Abschluss eines neuen Vertrages sollte darauf geachtet werden, dass die Vertragslaufzeit ein Jahr nicht überschreitet. Zudem warnen Verbraucherschützer vor Tarifen, die Vorkasse oder Kaution vorsehen. Ein weiterer Punkt, den Neukunden häufig übersehen, ist, dass viele Anbieter eine Preissteigerung einplanen, nachdem die Preisbindung abgelaufen ist.

Von RND/dpa/pf

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