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Welt Staatliche Hilfe für Familien kommt Kindern zugute
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11:14 21.11.2018
Eine neue Studie im Auftrag der Bertelsmann Stiftung ergab, dass Eltern staatliche Leistungen durchaus für das Wohlergehen des Nachwuchses verwenden. Quelle: Arno Burgi/dpa
Gütersloh

Kinder in Deutschland profitieren von direkten staatlichen Leistungen wie dem Kindergeld. Wie eine am Mittwoch in Gütersloh veröffentlichte Studie im Auftrag der Bertelsmann Stiftung ergab, verwenden Eltern das Geld durchaus für das Wohlergehen des Nachwuchses. So investierten Mütter und Väter die Zahlungen vor allem in größere Wohnungen, aber auch in bessere Betreuung, Bildung und Hobbys der Kinder. Das Vorurteil, dass sogenannte Direktzahlungen für Alkohol, Tabak oder Unterhaltungselektronik "zweckentfremdet" werden, beruhe allein auf Einzelfällen, hieß es.

Untersucht wurde den Angaben zufolge die Verwendung des Kindergeldes und des in verschiedenen Bundesländern gezahlten Landeserziehungsgeldes für den Zeitraum von 1984 bis 2016. Je 100 Euro Kindergeld steige die Wahrscheinlichkeit, dass ein Kind eine Kindertageseinrichtung besucht, um fünf Prozentpunkte, hieß es. Die direkten Zahlungen führten auch dazu, dass Kinder häufiger zum Sport (plus acht Prozentpunkte) oder zur Musikerziehung (plus elf Prozentpunkte bei Mädchen und Jungen zwischen sechs und 16 Jahren) gingen.

Bertelsmann: Geld wird nicht von Eltern für eigenen Interessen ausgegeben

"Direkte finanzielle Leistungen für Familien sind sinnvoller als aufwendig zu beantragende Sachleistungen", sagte der Vorstand der Bertelsmann Stiftung, Jörg Dräger. Das Geld komme den Kindern zu Gute und werde nicht von den Eltern für ihre eigenen Interessen ausgegeben. Bei zweckgebundenen Sach- und Geldleistungen wie dem Bildungs- und Teilhabepaket legten dagegen jüngste Untersuchungen nahe, dass rund 30 Prozent der zur Verfügung stehenden Mittel für Verwaltungsaufwand verbraucht würden. Zudem beantragten viele Bedürftige die Mittel erst gar nicht.

Dräger forderte eine grundlegende Reform der Familienförderung, etwa durch ein Teilhabegeld, für das die Bertelsmann Stiftung und Wohlfahrtsverbände seit Jahren werben. Darin sollen den Angaben zufolge bisherige staatliche Maßnahmen wie das Kindergeld, Teile des Bildungs- und Teilhabepakets, der Kinderzuschlag für Geringverdiener und die Grundsicherung für Kinder nach dem SGB II gebündelt werden.

Teilhabegeld gezielt für arme Kinder und Jugendliche

Das Teilhabegeld soll für alle Kinder gelten, aber mit steigendem Einkommen der Eltern abgeschmolzen werden, wie es hieß. Anders als das Kindergeld erreiche es so gezielt arme Kinder und Jugendliche, erläuterte Dräger. Unerlässlich seien aber auch Investitionen in den qualitativen und quantitativen Ausbau von Kitas und Schulen sowie ortsnahe Anlaufstellen, an die sich Eltern, Kindern und Jugendliche mit allen Belangen wenden könnten.

Von RND/epd

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