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Welt Spotify verbannt Musik von R. Kelly
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12:37 11.05.2018
Bei Spotify nicht mehr gewollt: Der R&B-Sänger R. Kelly. Quelle: dpa
New York

Spotify hat Musik des R&B-Stars R. Kelly aus seinen Playlisten gestrichen. Ein Sprecher des Musikstreaming-Dienstes teilte am Donnerstag mit, in den von Spotify selbst betriebenen und gestalteten Musiklisten und algorithmischen Empfehlungen finde R. Kelly nicht mehr statt. Seine Musik sei zwar noch erhältlich, aber Spotify werde sie nicht mehr promoten.

Damit werde eine neue Unternehmenspolitik zu Inhalten mit Hass und Gewalt umgesetzt, hieß es. Danach wird „hasserfülltes Verhalten“ beispielsweise als Gewalt gegen Kinder und sexuelle Gewalt definiert.

Kellys Management wies die Vorwürfe in einer Erklärung zurück. „R. Kelly ist niemals des Hasses beschuldigt worden; die Texte, die er schreibt, drücken Liebe und Verlangen aus. Kelly singt seit 30 Jahren Lieder über seine Liebe und Leidenschaft für Frauen. Er ist unschuldig der falschen und schädlichen Beschuldigungen in der laufenden Schmierenkampagne gegen ihn, betrieben von seinen Gegnern, die auf Geld aus sind. Er ist nie wegen eines Verbrechens verurteilt worden, noch gibt es laufende strafrechtliche Vorwürfe gegen ihn.“

Für den Superstar mit Hits wie „I Believe I Can Fly“ und „If I Could Turn Back The Hands Of Time“ ist Spotfys Vorgehen ein empfindlicher Schlag. Seit Jahrzehnten wird der inzwischen 41-jährige Musiker mit Vorwürfen konfrontiert, Frauen sexuell missbraucht zu haben. Er hat sie alle zurückgewiesen und ist 2008 von Kinderpornografie-Vorwürfen freigesprochen worden. In letzter Zeit versucht eine Kampagne, Konzerte des Superstars zu verhindern, ihr Name: #MuteR.Kelly.

Diese Bewegung begrüßte den Schritt von Spotify. „Es ist wichtig, dass die, die die Arbeit problematischer Entertainer vermarkten, am Ende zu ihren kollektiven Werten als Firma stehen“, hieß es in einer Erklärung. „Wir betrachten diese Entscheidung von Spotify als Sieg, und es ist nur ein weiterer Schritt auf unserer Mission, R. Kelly zum Verstummen zu bringen (to Mute. R. Kelly).“

Liebesballade oder Aufruf zur Gewalt?

Spotify erklärte, es werde von dem Unternehmen kein Inhalt mehr geduldet, „der ausdrücklich und prinzipiell Hass oder Gewalt gegen eine Gruppe oder Individuum aufgrund von Charakteristika, darunter Rasse, Religion, Geschlechtsidentität, Sex, Volkszugehörigkeit, Nationalität, sexuelle Orientierung, Veteranenstatus oder Behinderung fördert, empfiehlt oder dazu anstiftet“.

Das trifft auf Kellys Musik nicht zu, die als explizit sexuell definiert worden ist. Kelly hat aber auch Liebesballaden, Popsongs und sogar Gospelmusik geschrieben.

Auch das Verhalten wird bewertet

Spotify will nun aber nicht mehr nur das Werk und seine Aussage, sondern auch das Verhalten des Künstlers berücksichtigen. „Während wir nicht daran glauben, einen Inhalt wegen des Verhaltens des Künstlers oder Urhebers zu zensieren, wollen wir, dass unsere redaktionellen Entscheidungen - was wir für unser Programm auswählen - unsere Werte reflektieren“, erklärte Spotify. In einigen Fällen, wenn es etwa um Gewalt gegen Kinder und sexuelle Gewalt gehe, könne sich das darauf auswirken, „wie wir mit einem Künstler oder Urheber arbeiten oder ihn unterstützen“.

R. Kelly arbeitete auch für Michael Jackson

Die Entscheidung betrifft Lieder, die R. Kelly als Solokünstler oder zusammen mit anderen Künstlern vorgetragen hat, etwa auch „Same Girl“, das er für Usher geschrieben hat. Doch beispielsweise die Songs, die er für Michael Jackson geschrieben hat, bleiben im Spotify-Programm. Kelly hat für viele Stars von Jackson über Whitney Houston, Mariah Carey, Céline Dion, Britney Spears, Aaliyah, Kanye West, Justin Bieber und Lady Gaga Songs geschrieben.

R. Kelly ist nicht der erste Musiker, der von Spotify von den Playlisten verbannt wird. Die Songs des Rappers XXXtentacion, der sich demnächst vor Gericht verantworten muss, weil er seine schwangere Freundin zusammengeschlagen haben soll, sind ebenfalls entfernt worden. Und es gibt noch jede Menge Musik von vielen Künstlern verschiedener Genres, die als hasserfüllt bezeichnet werden könnten.

Von dpa/nl/RND

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