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Politik Zweifel an Stasi-Akte über Verena Becker
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13:08 02.09.2009
In der Stasi-Akte über Becker gebe es keinen weiteren Hinweis auf eine Zusammenarbeit Beckers mit dem Verfassungsschutz. Quelle: ddp (Archiv)
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Eine entsprechende Notiz eines Stasi-Majors sei „offenkundig fehlerhaft“, berichtete die „Süddeutsche Zeitung“ (Mittwochausgabe).

In der 215 Blatt umfassenden Stasi-Akte über Becker gebe es keinen weiteren Hinweis auf eine Zusammenarbeit Beckers mit dem Verfassungsschutz vor ihrer Festnahme im Mai 1977. Auch finde sich in den anderen Akten der Stasi über den westdeutschen Verfassungsschutz oder über RAF-Leute nichts, was diesen Verdacht erhärten könnte.

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Die „Bild“-Zeitung (Montagausgabe) hatte unter Berufung auf eine Stasi-Akte berichtet, dass Becker schon fünf Jahre vor dem Buback-Attentat Kontakt zum Bundesamt für Verfassungsschutz gehabt haben soll. In einem Aktenvermerk der Stasi-Hauptabteilung II/2 vom 2. Februar 1978 heißt es demnach: „Es liegen zuverlässige Informationen vor, wonach die B. seit 1972 von westdeutschen Abwehrorganen wegen der Zugehörigkeit zu terroristischen Gruppierungen bearbeitet bzw. unter Kontrolle gehalten wird.“ Diese Informationen seien durch die Auslandsabteilung der Stasi von 1973 und 1976 bestätigt, heißt es in der Notiz weiter.

Becker wurde am Donnerstag in Berlin verhaftet und sitzt der Zeitung zufolge in der Justizvollzugsanstalt (JVA) im badischen Bühl ein. Sie soll an dem Attentat als Mittäterin beteiligt gewesen sein.

Würde die Notiz in der Stasi-Akte über eine Zusammenarbeit Beckers mit dem Verfassungsschutz vor dem Buback-Attentat zutreffen, müsste man letztlich von einem „Mord im Staatsauftrag“ ausgehen, heißt es in der „Süddeutschen Zeitung“. Westdeutsche Nachrichtendienste wären dann quasi mit einer Quelle dabei gewesen. Eine solche „wüste Verschwörungstheorie“ erscheine aber „unsinnig“, schreibt das Blatt. Es gebe „nur eine Erklärung“. Der Stasi-Major Siegfried J. habe sich „missverständlich ausgedrückt“.

ddp

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