Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Politik Zölibat-Äußerungen: Benedikt distanziert sich von umstrittenem Buch
Mehr Welt Politik Zölibat-Äußerungen: Benedikt distanziert sich von umstrittenem Buch
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
14:53 14.01.2020
Papst Franziskus (l.) und der emeritierte Papst Benedikt XVI (Archivfoto). Quelle: -/Vatican Media/dpa
Rom

Die Äußerungen des emeritierten Papstes Benedikt zum Zölibat sorgen im Vatikan für helle Aufregung. Benedikts Privatsekretär Georg Gänswein erklärte italienischen Medien, dass Benedikt nicht als Co-Autor eines entsprechenden Buches auftreten wollte.

Er habe den Verlag auf Wunsch Benedikts angewiesen, dessen Unterschrift zu entfernen, zitierte die Nachrichtenagentur Ansa den deutschen Kurienerzbischof am Dienstag. Benedikt habe weder einer Co-Herausgeberschaft zugestimmt noch den Buchtitel vorab gesehen. "Es hat sich um ein Missverständnis gehandelt."

Buch wird als Affront gegen seinen Nachfolger Franziskus gewertet

Im Namen Benedikts und des konservativen Kardinals Robert Sarah sollte diesen Mittwoch das Buch "Des profondeurs de nos cœurs" (übersetzt: "Aus den Tiefen unserer Herzen") erscheinen. Darin warnen die beiden vor einer Aufweichung des Zölibats. Sarah hatte sich gegen "außerordentlich schwere Verleumdungen" gewehrt, dass er Benedikt manipuliert habe, und veröffentlichte einen Briefwechsel mit dem deutschen emeritierten Pontifex.

Das Buch wurde als Affront des ehemaligen Papstes gegenüber seinem Nachfolger Franziskus gewertet. Denn dieser will in Kürze ein sogenanntes postsynodales Schreiben veröffentlichen, in dem es auch um die Ehelosigkeit von Priestern gehen soll. Dass sich der emeritierte Pontifex noch vor dem amtierenden Katholiken-Oberhaupt zu so einem heiklen Thema äußert, werteten Theologen und Kirchenexperten als Grenzüberschreitung. Denn Benedikt hatte nach seinem Rücktritt im Februar vor sieben Jahren Zurückhaltung und ein stilles Leben im Gebet gelobt.

Mehr zum Thema

Erzbischof Ludwig Schick plädiert für Ausnahmen vom Zölibat

RND/dpa

Das Unwort des Jahres 2019 steht fest: Es lautet „Klimahysterie“. Damit bleibt die sprachkritische Jury ihrer Tradition treu, irreführende Begriffe anzuprangern. Sie hat eine treffende Wahl getroffen - aus mehreren Gründen. Eine Analyse.

14.01.2020

Der Bund hat das Jahr 2019 mit einem Rekordüberschuss im Haushalt abgeschlossen. Doch nun die Steuern zu senken, wie einige es fordern, kommt für SPD-Chefin Saskia Esken nicht in Frage. Ihr schweben andere Pläne vor.

15.01.2020

Die AfD hat Klage gegen den Inlandsgeheimdienst eingereicht. Die Partei will verhindern, dass der “Flügel” und die “Junge Alternative” vom Verfassungsschutz beobachtet werden. Momentan werden beide Gruppierungen als Verdachtsfälle im Bereich Rechtsextremismus eingestuft.

14.01.2020