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Politik Zelaya setzt Putschregierung in Honduras Ultimatum
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13:58 14.07.2009
Die Interimsregierung müsse sich internationalen Forderungen und der honduranischen Verfassung beugen und ihm spätestens bis zu den erneuten Gesprächen im Laufe der Woche in Costa Rica die Macht zurückübertragen, verlangte der gestürzte honduranische Staatschef Manuel Zelay. Quelle: Mayerling Garcia/afp
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Das forderte Zelaya am Montag in der nicaraguanischen Hauptstadt Managua. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon bot seine Unterstützung bei den Verhandlungen über eine Beilegung der Krise an.

Die Interimsregierung müsse sich internationalen Forderungen und der honduranischen Verfassung beugen und ihm spätestens bis zu den erneuten Gesprächen im Laufe der Woche in Costa Rica die Macht zurückübertragen, sagte Zelaya. Ansonsten werde er die Verhandlungen als gescheitert ansehen und es würden „andere Maßnahmen“ zur Anwendung kommen, drohte er, ohne die Konsquenzen für seine politischen Widersacher genauer zu erläutern.

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Die ersten Gespräche unter Vermittlung des Staatschefs von Costa Rica, Oscar Arias, waren in der vergangenen Woche gescheitert. Beide Seiten beharrten auf ihrem Machtanspruch. Das nächste Treffen soll nach Angaben von Micheletti vermutlich am Samstag in der costaricanischen Hauptstadt San José stattfinden.

In die Verhandlungen will sich nun auch der UN-Generalsekretär einschalten. Ban habe Arias in einem Gespräch die Zusammenarbeit angeboten, erklärte seine Sprecherin am Montag in New York. Der UN-Generalsekretär sei der Meinung, dass ein „offener Dialog und internationale Unterstützung“ bei einer Lösung des Konflikts in dem mittelamerikanischen Land helfen würden.

Das honduranische Militär hatte Zelaya Ende Juni wegen dessen Bestrebungen für eine - in der Verfassung nicht vorgesehene - zweite Amtszeit festgenommen und außer Landes gebracht. Einen ersten Rückkehrversuch hatte das Militär in der vergangenen Woche mit der Blockade des Flughafens verhindert. Zelaya bekräftigte am Montag, dass er an „anderen Wegen“ für eine Rückkehr in seine Heimat arbeitete - „zu welchen Kosten auch immer“.

Das US-Außenministerium rief am Montag erneut zur Wiederherstellung der verfassungsmäßigen Ordnung in Honduras auf. Die Außenministerin der gestürzten Regierung, Patricia Rodas, verlangte von den USA, den Worten auch endlich Taten folgen zu lassen. Die Putschregierung müsse „wirtschaftlich und politisch“ isoliert werden, sagte sie dem TV-Sender Telesur.

Boliviens Präsident Evo Morales warf unterdessen dem US-Militär vor, hinter dem Putsch in Honduras zu stecken. Er habe diese Information „aus erster Hand“ erhalten, sagte der linksgerichtete Morales, der einen Konfrontationskurs gegen die Regierung in Washington fährt. Nicaraguas Präsident Daniel Ortega verurteilte die Gewalt gegen Anhänger Zelayas in Honduras. „Wir müssen aufhören, das Blut unserer Brüder zu vergießen“, sagte er im staatlichen Rundfunk.

afp