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Politik Zahl der Asylanträge in der EU so niedrig, wie zuletzt vor der Flüchtlingskrise
Mehr Welt Politik Zahl der Asylanträge in der EU so niedrig, wie zuletzt vor der Flüchtlingskrise
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14:21 24.06.2019
Die Fingerabdrücke eines Flüchtlings werden mit einem Scanner registriert. Quelle: arifoto UG/zb/dpa
Brüssel

In Deutschland beantragen so viele Menschen wie in keinem anderen europäischen Land Asyl. Im Jahr 2018 waren es etwa 184.000 Menschen, wie aus dem Jahresbericht der EU-Asylbehörde Easo hervorgeht. Das ist zwar ein Rückgang von 17 Prozent gegenüber 2017, gleichwohl nimmt Deutschland damit zum siebten Mal in Folge den Spitzenplatz ein.

Europaweit ist die Zahl der Asylanträge mit knapp 665.000 um zehn Prozent auf ein Niveau gesunken, wie es vor der großen Flüchtlingsbewegung der Jahre 2015 und 2016 üblich war. 2015 hatte Easo noch fast 1,4 Millionen Asylanträge registriert. Mehr als 896.000 Anträge waren Ende 2018 noch nicht endgültig entschieden.

Zahl der Anträge in Italien halbiert

In Deutschland, Frankreich, Griechenland, Italien und Spanien wurden fast drei Viertel aller Asylanträge gestellt. Neun Prozent davon sind laut Easo-Report, der am Montag in Brüssel vorgestellt wurde, sogenannte Folgeanträge. Die Behörde Easo erhebt Zahlen aus den 28 EU-Mitgliedstaaten sowie Norwegen, der Schweiz, Island und Liechtenstein.

Während in Deutschland die Zahl der Antragsteller zurückging, ist sie in Frankreich mit etwas mehr als 120.000 Anträgen auf einen Rekordstand gestiegen. Auch in Griechenland (knapp 67.000 Anträge) stieg die Zahl. Dagegen nahm die Zahl der Anträge in Italien, das von einer Koalition aus Linkspopulisten und der rechtsgerichteten Lega regiert wird, um 53 Prozent ab.

EU bleibt zerstritten

Gemessen an der Einwohnerzahl werden die meisten Anträge in Zypern, Griechenland, Schweden, Luxemburg und auf Malta gestellt. Ein Viertel aller Asylanträge stammte 2018 von Menschen aus Syrien (13 Prozent), Afghanistan und dem Irak (jeweils sieben Prozent).

Nichts geändert hat sich im Jahr 2018 an der ungleichen Verteilung von Asylsuchenden in der EU. Die Mitgliedstaaten können sich nicht einen fairen Verteilungsschlüssel einigen. Ungarn und Polen etwa wollen keine Migranten aufnehmen.

Auch eine Reform des Asylsystems kommt in der EU nicht voran. Inzwischen führt nahezu jede Rettung von schiffbrüchigen Flüchtlingen im Mittelmeer zu einer heftigen Debatte darüber, welches Land bereit sein könnte, einige Dutzend Geretteter aufzunehmen.

Venezolaner verlassen ihr Land

Während Eosa für 2018 einen merklichen Rückgang registrierte, ist die Zahl der Asylanträge in den ersten fünf Monaten des Jahres 2019 deutlich gestiegen. Gezählt wurden 290 000 Anträge. Das ist ein Anstieg um elf Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum 2018.

Das liegt möglicherweise an der politischen und wirtschaftlichen Krise in Venezuela, die sich erheblich verschärft hat. Das südamerikanische Land hat etwa 31 Millionen Einwohner, vier Millionen haben es verlassen.

In Europa wurden etwas mehr als 18.000 Asylanträge von Venezolanerinnen und Venezolanern gestellt. Das sind etwa sieben Prozent aller Anträge. Ähnlich viele Anträge stellten Menschen aus Afghanistan.

Nach Angaben der EU-Asylbehörde seien die gestiegenen Zahlen kein Indiz für eine allgemeine Trendwende. Monatliche Schwankungen seien normal. Außerdem müsse der Zuwachs im Kontakt der vergangenen Jahre gesehen werden, in denen die Zahl der Asylanträge deutlich abgenommen habe.

Von Damir Fras/RND

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