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Politik ZDF: Zu wenig Einsatz bei Suche nach NS-Verbrecher Heim
Mehr Welt Politik ZDF: Zu wenig Einsatz bei Suche nach NS-Verbrecher Heim
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17:57 03.07.2009
Aribert Heim auf einem Foto aus dem Jahre 1950. Quelle: afp
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Das Bundesaußenministerium habe bislang lediglich zwei Auskunftsersuche an die zentrale Einwanderungsbehörde in Kairo geschickt, um den angeblichen Tod aufzuklären, berichtete das ZDF „heute-journal“ am Freitag.

Obwohl beide Briefe bislang unbeanwortet geblieben seien, hätten sich weder der deutsche Botschafter in Kairo noch Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) des Falles angenommen. Das Auswärtige Amt kommentierte den Bericht auf ddp-Anfrage zunächst nicht.

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Anfang Februar war eine gemeinsame Recherche von ZDF und „New York Times“ bekanntgeworden, wonach der ehemalige KZ-Arzt bereits 1992 in Kairo an Darmkrebs gestorben sein soll. Einige Tage später wurden dem baden-württembergischen Landeskriminalamt (LKA) über einen Mittelsmann Unterlagen über den angeblich toten Nazi-Verbrecher zugespielt.

Nazi-Jäger Ephraim Zuroff kritisierte gegenüber dem Sender, dass die Aufklärung des Falls bei der deutschen Bundesregierung Priorität haben müsse. „Jede Anstrengung muss von der deutschen Regierung unternommen werden, um die Unterstützung der ägyptischen zu bekommen“, sagte er.

Zuroff ist sich dem Bericht zufolge mittlerweile sicher, dass Heim über Jahrzehnte in Kario gelebt hat. Seinen Tod halte er aber weiterhin für nicht bewiesen. Diese Einschätzung teilt das Landeskriminalamt Baden-Württemberg größtenteils. Nach vorläufigen Untersuchungsergebnissen einer in den vergangenen Monaten gefundenen Aktentasche Heims könne man sagen, dass Heim „wahrscheinlich“ sehr lange in Kairo beziehungsweise Ägypten gelebt habe, sagte LKA-Ermittler Joachim Schäck dem Sender.

Im Konzentrationslager Mauthausen soll Heim über 300 Menschen auf bestialische Weise umgebracht haben. Heim soll dort auch gesunden Häftlingen bei vollem Bewusstsein Organe entnommen haben. Nach dem Krieg arbeitete der Arzt zunächst unbehelligt weiter, bis 1962 hatte er in Baden-Baden eine gynäkologische Praxis. Dann tauchte er unter.

ddp