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Politik Wirtschaftskrise überschattet Merkels Besuch
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18:24 15.07.2009
Angela Merkel auf der Bundesgartenschau in Schwerin. Zur Begrüßung gab es - was sonst - einen Blumenstrauß. Quelle: Danny Gohlke/ddp
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So warteten bereits vor den Toren der Bundesgartenschau rund 40 Mitarbeiter der insolventen Wadan-Werften aus Wismar auf Merkels Ankunft. „Seit zwei Wochen versuchen wir, die Kanzlerin nach Wismar einzuladen“, sagte Betriebsratsvorsitzende Iris Scheel. „Jetzt haben wir gehört, dass sie zur Buga kommt. Deshalb sind wir hier.“ Man habe ihnen versprochen, von der Kanzlerin empfangen zu werden.

Die Mitarbeiter wollten einen Tag vor dem Treffen Merkels mit dem russischen Präsidenten Dmitri Medwedew in München noch einmal auf ihre Lage aufmerksam machen. Medienberichten zufolge soll Medwedew zu dem Gespräch am Donnerstag verbindliche Ankündigungen über russische Schiffbauaufträge mitbringen. Dies könnte Entlastung für die Werften bedeuten: Seit der vorläufigen Insolvenz am 5. Juni werden verzweifelt neue Auftrage für die Betriebe an der Ostsee gesucht. Sollte dies nicht gelingen, wären die Arbeitsplätze von rund 2400 Menschen in Gefahr.

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Doch nicht nur die Wadan-Mitarbeiter, auch die Gärtner trugen der Kanzlerin ihre Anliegen vor. Die Preise für Sauerkirschen seien so niedrig wie nie, beschwerte sich ein Mitglied des Zentralverbandes Gartenbau. Ein Junggärtner wollte wissen, ob es Steuererhöhungen geben wird. Merkel versuchte zu beschwichtigen, versprach, den reduzierten Mehrwertsteuersatz bei sieben Prozent zu belassen und auch kleine Unternehmen weiterhin zu unterstützen.

Am meisten Zeit nahm sich die Kanzlerin für den Stand der UNESCO-Biosphären-Reservate, deren Schirmherrin sie dieses Jahr ist. Geduldig ließ sie sich von den Experten die Informationstafeln erklären und sprach mit den 25 Vertretern der Reservate über Fortschritte und Probleme in diesem Bereich.

Nach rund einer Stunde war der Rundgang über das Buga-Gelände vorbei - zahlreiche Landes- und Regionalpolitiker, Schaulustige und Journalisten hatten sie auf Schritt und Tritt begleitet. Sie sei „beeindruckt, was hier auf die Beine gestellt worden ist“, sagte Merkel. Das habe auch etwas mit „Nationalstolz“ zu tun, wenn man das „tolle“ Buga-Gelände vor der Kulisse des Schlosses sehe.

Sie selbst habe auch einen Garten in der Uckermark. Der sei aber „nicht bugafertig“. Die Zeit sei in diesem Jahr besonders knapp. Aber wenn ihr endlich mal jemand sagen könnte, „wie man die Schnecken aus dem Garten bekommt“, wäre ihr schon geholfen, sagte die Kanzlerin.

ddp