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Politik Wiesenthal-Zentrum warnt vor Fluchtgefahr bei Scheungraber
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18:17 13.08.2009
Der verurteilte NS-Kriegsverbrecher Josef Scheungraber. Quelle: Joerg Koch/ddp
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Die deutschen Behörden müssten „alle möglichen Maßnahmen“ ergreifen, „damit er seiner gerechten Strafe nicht entgeht“, sagte der Direktor des Wiesenthal Centers in Jerusalem, Efraim Zuroff, am Donnerstag. Er bezog sich auf Aussagen Scheungrabers im Bayerischen Fernsehen, in denen dieser seine noch nicht rechtskräftige Verurteilung zu lebenslanger Haft wegen der Ermordung von zehn italienischen Zivilisten im Juni 1944 scharf kritisiert hatte. Das Urteil des Münchner Landgerichts sei ein „Schwindel und ein Saustall sondergleichen“, hatte Scheungraber gesagt und seine Unschuld beteuert: „Die können mich nicht einsperren. Weil der ganze Schmarrn verlogen und erstohlen ist.“

Zuroff erinnerte an das Beispiel des kroatischen Kriegsverbrechers Milivoj Asner, der 2005 im Alter von 92 Jahren von Kroatien nach Österreich geflohen war, wo er seitdem in Freiheit lebe. Und Scheungraber sei sogar zwei Jahre jünger als Asner. Es könne nicht ausgeschlossen werden, „dass auch er in ein Land fliehen will, das nicht so großen Wert auf die Strafverfolgung von NS-Verbrechern legt“, warnte Zuroff.

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Das Simon Wiesenthal Center mit seinem Hauptsitz in Los Angeles begreift sich als jüdische Menschenrechtsorganisation. Sein Ziel ist es nach eigenen Angaben, Antisemitismus, Hass und Terrorismus zu bekämpfen und künftigen Generationen die Lehren aus dem Holocaust zu verdeutlichen.

ddp