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Politik Westerwelle fordert Ende der Piraterie am Horn von Afrika
Mehr Welt Politik Westerwelle fordert Ende der Piraterie am Horn von Afrika
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12:24 11.04.2010
Auf seiner fünftägigen Afrika-Reise besucht Außenminister Westerwelle auch die dort stationierten Truppen der Bundeswehr.
Auf seiner fünftägigen Afrika-Reise besucht Außenminister Westerwelle auch die dort stationierten Truppen der Bundeswehr. Quelle: dpa
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Beim Treffen mit Präsident Ismail Omar Guelleh und Außenminister Mahmoud Ali Youssouf standen die anhaltende Bedrohung durch Piraten aus dem Nachbarland Somalia im Mittelpunkt. Es müsse jetzt alles getan werden, um diese Geiselnahmen zu beenden, sagte Westerwelle. Allerdings müsse es auch um die gesellschaftlichen Ursachen für die Piraterie gehen. So sei es erforderlich, die international anerkannte Übergangsregierung in Somalia zu stabilisieren.

Weiteres Thema war die Entwicklung im Sudan. Die Gastgeber zeigten sich besorgt über ein mögliches Auseinanderbrechen des Landes. Eine „Balkanisierung“ des Sudans hätte unkalkulierbare Folgen für den gesamten Kontinent. Nach den Worten von Entwicklungsministers Dirk Niebel wird Deutschland Dschibuti beim Ausbau erneuerbarer Energien und der Berufsausbildung helfen. Geplant ist auch ein SOS-Kinderdorf.

Beide Minister, die zuvor in Tansania und Südafrika gewesen waren, besuchten das Logistikzentrum des Bundeswehrkontingents in Dschibuti. „Wir sind stolz auf Ihre Arbeit“, sagte Westerwelle vor den Soldaten. Die Deutsche Marine ist seit 2002 im Rahmen der Anti-Terror-Mission „Enduring Freedom“ (OEF) im Einsatz. Der deutsche Beitrag besteht abwechselnd aus einer Fregatte oder einem Seeaufklärungsflugzeug. Weiter beteiligen sich die deutschen Streitkräfte 2008 an der EU- geführten Anti-Piraten-Operation „Atalanta“. Fast drei Viertel aller transportierten Güter auf dem Seeweg nach Europa passieren den Golf von Aden.

Wegen der wachsenden strategischen Bedeutung Dschibutis am Übergang vom Roten Meer zum Golf von Aden will Deutschland dort im Sommer eine eigene Botschaft eröffnen. Bislang war dafür die deutsche Vertretung im Nachbarland Äthiopien zuständig. Auch Dschibuti plant eine eigene Vertretung in Berlin. In dem 800 000 Einwohner zählenden Land von der Größe Hessens unterhält Frankreich seine größte Militärbasis in Afrika. Auch die USA sind militärisch stark präsent.

dpa