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Politik „Werden weiter berichten“: Deutsche Welle wehrt sich gegen Russland-Attacke
Mehr Welt Politik „Werden weiter berichten“: Deutsche Welle wehrt sich gegen Russland-Attacke
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19:00 08.08.2019
Peter Limbourg, Intendant der Deutschen Welle. Quelle: Foto: Bernd von Jutrczenka
Moskau

Die russische Regierung verlangt mehr Zurückhaltung vom Sender Deutsche Welle in Russland. Der von der Bundesregierung bezahlte Sender solle aufhören, sich in innere Angelegenheiten Russlands einzumischen, sagte die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa. Die Deutsche Welle habe „Aufrufe auf Russisch“ ausgestrahlt, wonach die Teilnahme an Demonstrationen die Pflicht jedes Moskauers sei.

Tatsächlich hatte die Deutsche Welle lediglich Teilnehmer einer Demonstration zu Wort kommen lassen, darunter eine im Rollstuhl sitzende ältere Frau namens Maria Razmerova. Sie war mit den Worten zitiert worden: „Es ist unsere Bürgerpflicht, in diesen Tagen auf die Straße zu gehen.“ Im nachfolgenden Gespräch äußert sich der Intendant der Deutschen Welle, Peter Limbourg.

Herr Limbourg, die Sprecherin des russischen Außenministeriums erklärt, die Deutsche Welle habe in russischer Sprache zur Demonstration aufgerufen und die Teilnahme an den Demonstrationen sogar als Pflicht bezeichnet. Was sagen Sie dazu?

Dieser Vorwurf ist abwegig. Die Deutsche Welle ruft grundsätzlich nicht zur Teilnahme an Demonstrationen auf. Wir berichten über Proteste und die Reaktion der Regierung. Wenn die russische Regierung uns unterstellt, wir wären dann Teilnehmer einer Demonstration und daher sei die Verhaftung eines unserer Journalisten zu rechtfertigen, wehren wir uns.

Wird die Deutsche Welle künftig zurückhaltender berichten?

Berichterstattung ist das Handwerk von Journalisten. Über wichtige Ereignisse in Russland werden wir unsere Nutzer weiterhin ausführlich informieren.

Sind Ihre Mitarbeiter in Moskau in Sicherheit?

Das hoffe ich sehr. Die Sicherheit unserer Kollegen hat oberste Priorität. Mit der kurzzeitigen Festnahme eines unserer Korrespondenten in Moskau mussten wir aber die schmerzliche Erfahrung machen, dass die offizielle Akkreditierung der russischen Behörden einem Journalisten nicht den international üblichen Schutz vor Übergriffen bot.

Wie beurteilen Sie generell nach 20 Jahren Putin den Zustand der Pressefreiheit in Russland?

Die großen Medien in Russland berichten nahezu ausschließlich im Sinne der Regierung, während es für Plattformen mit anderer Meinung immer stärkere Einschränkungen gibt. Da kann man nicht mehr von Pressefreiheit sprechen.

Von Matthias Koch

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