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Politik Weltweit Trauer über Tod von Polens Präsident
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16:55 10.04.2010
Bundeskanzlerin Angela Merkel
Bundeskanzlerin Angela Merkel Quelle: dpa
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Der britische Premier Gordon Brown würdigte Kaczynski als eine der „Schlüsselfiguren in Polens jüngster politischen Geschichte“.

Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy nannte Kaczynski einen überzeugten Totalitarismus-Gegner und Kämpfer für Werte wie Demokratie und Freiheit. Der israelische Präsident Schimon Peres würdigte ihn als einen „wahren Freund des Staates Israel“. NATO- Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen bezeichnet den Tod des Präsidenten als eine „Tragödie für Polen“.

Kaczynski war mit einer hochrangigen Delegation auf dem Weg zu einer Gedenkfeier für die Ermordung polnischer Soldaten durch den sowjetischen Geheimdienst vor 70 Jahren im russischen Katyn. Bei dem Absturz beim Landeanflug auf Smolensk kamen alle 96 Insassen ums Leben - darunter auch Kaczynskis Frau. Auch Vize-Parlamentschef Jerzy Szmajdzinski, Vize-Außenminister Andrzej Kremer, der Chef des Generalstabs, Franciszek Gagor, und mehrere Parlamentarier sind tot. Gestorben sei die „Elite der Nation“, sagte Ex-Präsident Lech Walesa.

Mit Trauer und Bestürzung reagierten Bundesregierung und Bundestag auf den Tod Kaczynskis. Bundespräsident Horst Köhler sprach seine „tief empfundene Anteilnahme“ aus: „Polen hat einen furchtbaren Verlust erlitten.“ Als „streitbaren Europäer“ würdigte Merkel den Präsidenten. „Es handelt sich um eine politische und menschliche Tragödie für Polen, unser Nachbarland“, sagte Merkel im Kanzleramt in Berlin. „Lech Kaczynski wird uns auch in Deutschland fehlen.“

Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) sagte am Rande seines Südafrika-Besuchs in Kapstadt, dies sei „eine tragische Stunde“ für das Nachbarvolk. Mit Kaczynski und anderen Opfern der „fürchterlichen Tragödie“ verliere auch Europa Persönlichkeiten, auf die man habe bauen können, „wenn es darauf ankam“. Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) übermittelte seinem Amtskollegen Bronislaw Komorowski „das Entsetzen, die tiefe Trauer und Anteilnahme des Bundestages“. Komorowski übernimmt laut Verfassung vorläufig die Geschäfte des Staatsoberhaupts in Polen.

In Paris sagte Sarkozy, Frankreich verliere einen Freund. „Von einem glühenden Patriotismus angetrieben, hat Lech Kaczynski sein Leben seinem Land gewidmet.“ Großbritanniens Premier Brown erklärte, Kaczynski werde „auf der ganzen Welt als ein leidenschaftlicher Patriot und Demokrat betrauert und erinnert werden“. Kremlchef Medwedew sicherte Warschau enge Zusammenarbeit bei der Suche nach der Unglücksursache zu. „Mit tiefem und aufrichtigem Mitgefühl habe ich, wie alle Bürger Russlands, die Nachricht von dieser schrecklichen Tragödie aufgenommen“, so Medwedew.

Auch die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton drückte ihr Beileid aus und verschob auf Wunsch der polnischen Behörden ihre für diesen Montag geplante Reise nach Warschau. Der aus Polen stammende EU- Parlamentspräsident Jerzy Buzek erklärte: „Das ist eine unglaubliche Katastrophe in Europa. Europa hat einen großen Verlust erlitten. Polen erlebt eine unbeschreibbare Tragödie.“ Nie zuvor seien in Europa so viele hochrangige, vom Volk gewählte Persönlichkeiten zusammen bei einem Flugzeugabsturz ums Leben gekommen.

Schwedens Ministerpräsident Fredrik Reinfeldt sagte: „Dies ist eine Katastrophe für unser Nachbarland. Unsere Gedanken sind bei den Angehörigen und der gesamten polnischen Nation.“ Der dänische Regierungschef Lars Løkke Rasmussen betonte, Kaczynski werde als markanter und respektierter Politiker in Erinnerung bleiben, der dem polnischen Volk beim Freiheitskampf gegen den Kommunismus und als Präsident gedient hat.

Der als persönlicher Freund des polnischen Präsidenten Lech Kaczynski geltende tschechische Staatschef Vaclav Klaus sagte im tschechischen TV-Sender CT24, er sei „schockiert und erschüttert“ über den Todesnachricht. Kaczynski sei „eine große Persönlichkeit, ein außergewöhnlicher Präsident und ein einzigartiger Freund unseres Landes“ gewesen.

dpa

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