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Politik Weitere Attentäter für Anschläge auf Flugzeuge ausgebildet
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13:57 10.01.2010
Umar Farouk  Abdulmutallab vor Gericht.
Umar Farouk Abdulmutallab vor Gericht. Quelle: ap
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Der US-Sender CBS berichtete, Umar Farouk Abdulmutallab habe nach Angaben des britischen Geheimdienstes damit geprahlt, „dass fast 20 weitere junge muslimische Männer im Jemen zur Anwendung derselben Technik zur Sprengung von Flugzeugen ausgebildet“ worden seien. Der 23-Jährige hatte am Freitag vor Gericht auf nicht schuldig plädiert.

Abdulmutallab muss sich in sechs Anklagepunkten verantworten, darunter versuchter Mord und versuchter Gebrauch einer Massenvernichtungswaffe. Ihm droht lebenslange Haft. Abdulmutallabs Pflichtverteidigerin Miriam Siefer sagte während der kurzen Anhörung, „zum derzeitigen Zeitpunkt“ plädiere ihr Mandant in allen sechs Punkten auf nicht schuldig. Er beantrage jedoch keine bedingte Haftentlassung, sondern akzeptiere seine Inhaftierung bis zum Prozessbeginn.

Der Angeklagte hatte am 25. Dezember an Bord eines in Amsterdam gestarteten Flugzeugs mit 290 Menschen an Bord versucht, einen Sprengsatz zu zünden. Die Zündung im Landeanflug auf Detroit misslang, der Nigerianer wurde von Passagieren und Besatzungsmitgliedern überwältigt.

US-Präsident Barack Obama hatte den Anschlagsversuch als Versagen der Geheimdienste kritisiert. Abdulmutallabs extremistische Ansichten waren bekannt, sein Vater hatte sogar die US-Botschaft in Nigeria gewarnt.

Mit der Prüfung der Versäumnisse der Sicherheitsbehörden beauftragte US-Geheimdienstchef Dennis Blair den früheren CIA-Chef John McLaughlin. Neben dem vereitelten Anschlag vom 25. Dezember solle McLaughlin mit einer kleinen Gruppe nationaler Sicherheitsexperten auch die Schießerei auf dem US-Stützpunkt Fort Hood Anfang November untersuchen, erklärte Blair. McLaughlin, der 2004 kurzzeitig CIA-Chef war, sei „besonders gut qualifiziert, um eine unabhängige Überprüfung in diesem Bereich zu leiten und ehrliche, konstruktive Beratung zur Verbesserung unserer künftigen Leistungen anzubieten“.

Bei dem Vorfall im Fort Hood, dem größten Truppenstützpunkt in den USA, hatte ein 39-jähriger palästinensischstämmiger Major um sich geschossen und dabei 13 Menschen getötet und 42 weitere verletzt. Sowohl der Amokschütze als auch Abdulmutallab sollen von dem im Jemen lebenden radikalen islamischen Geistlichen Anwar al Aulaqi beeinflusst worden sein.

In mehreren Anhörungen will der Kongress kommende Woche Blair, Heimatschutzministerin Janet Napolitano und den Chef der Terrorabwehr, Michael Leiter, befragen. Der Vorsitzende des Heimatschutz-Ausschusses im Senat, Joe Lieberman kündigte an, von Blair und Leiter erfahren zu wollen, warum die Geheimdienste die Informationen über Abdulmutallab nicht verknüpft hätten.

Nach Abdulmutallabs Anschlagsversuch waren die Sicherheitsvorkehrungen in den USA verschärft worden. Am Freitag eskortierten Jagdflieger der US-Luftwaffe sicherheitshalber ein in Atlanta gestartetes US-Flugzeug. An Bord der Maschine habe sich ein „undisziplinierter“ Passagier befunden, erklärte das Nordamerikanische Kommando für Luftraumverteidigung (NORAD).

ap