Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Politik Weiter kein Nachfolger für Jost de Jager in Sicht
Mehr Welt Politik Weiter kein Nachfolger für Jost de Jager in Sicht
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
22:33 10.01.2013
Wer wird Nachfolger von Jost de Jager? Wer den Vorsitz übernehmen wird, ist weiter ungewiss. Quelle: dpa
Kiel

Noch kommt in der Nord-CDU niemand aus der Deckung: Vor einer Krisensitzung des erweiterten Landesvorstandes am Donnerstagabend in Kiel war weiterhin ungewiss, wer den Vorsitz übernehmen will oder soll. Der überraschende Rücktritt des Landesvorsitzenden Jost de Jager hat in der Partei einen Schock ausgelöst. Von Enttäuschung über Bedauern bis hin zu Unverständnis reicht das Spektrum der Reaktionen. „Das Stimmungsbild ist breit“, sagte Landesgeschäftsführer Sven Müller der Nachrichtenagentur dpa.

Von der abendlichen Sitzung der Parteispitze mit den Kreisvorsitzenden wurde in der CDU keine Vorentscheidung über de Jagers Nachfolge erwartet. Die Schwerpunkte stattdessen: Ein Bericht des scheidenden Vorsitzenden, der aus Enttäuschung über mangelnden Rückhalt in der Partei abtritt, Informationen der Kreisvorsitzenden über die Stimmung an der Basis und das Verfahren zur Kür des neuen Landesparteichefs, der am 16. März gewählt werden soll. Hier geht es auch um die Einbeziehung der Basis. So könnte es vor dem März-Parteitag in Neumünster Regionalkonferenzen geben oder auch eine - nicht bindende - Mitgliederbefragung.

Teilweise Unverständnis gibt es in CDU darüber, dass einige potenzielle Kandidaten sehr früh relativ klar eine Bewerbung verneint haben. Das könnte bei einigen aber noch nicht das letzte Wort gewesen sein, wird spekuliert. Manch einer wolle wohl gebeten werden. Mehrere bekannte CDU-Politiker hatten - ganz klar oder etwas weicher - Nein gesagt. Der allseits respektierte Landesparteivize Reimer Böge, der frühere Landes- und Fraktionsvorsitzende Johann Wadephul und der amtierende Fraktionschef Johannes Callsen gehörten ebenso dazu wie Ex-Landtagspräsident Torsten Geerdts und der Bundestagsabgeordnete Ole Schröder. Am offensten zeigte sich der Landesparteivize und Chef der CDU-Kommunalpolitiker, Ingbert Liebing. Er verneinte zwar eine Bewerbung seinerseits, schloss aber nichts aus. Liebing werden auch durchaus Ambitionen nachgesagt.

„Das ist eine harte Nuss“, sagte ein Christdemokrat am Donnerstag zur Lage seiner Partei. Dort ist die Gefühlslage im Blick nach vorn offenkundig unterschiedlich. Die einen sagen, die CDU sollte schnell mit dem Namen eines designierten Vorsitzenden heraus, um nur gut vier Monate vor der Kommunalwahl Handlungsfähigkeit zu beweisen. Andere wollen erst einen Meinungsbildungsprozess unter Einbeziehung der Basis. Man sollte sich nicht unter Zeitdruck setzen, heißt es dazu.

Als es 2011 um die Nachfolge des über eine „Lolita“-Affäre gestürzten Christian von Boetticher ging, hatten sich die Kreisvorsitzenden sehr schnell auf de Jager als Nachfolger geeinigt. Der 47-Jährige blieb übrigens im Landtag präsent, auch nachdem er sich am Dienstag von der CDU-Fraktion verabschiedet hatte: Auf dem Flur der Christdemokraten hing noch am Donnerstag ein De-Jager-Plakat mit dem Text „Mensch. Macher. Ministerpräsident“.

dpa

Drei kurdische Aktivistinnen fallen in Paris einem Mordanschlag zum Opfer. Die Tat erinnert an eine Hinrichtung. Die Hintergründe sind völlig unklar.

10.01.2013

Der Bundesrat wird in Karlsruhe ein Verbotsverfahren gegen die NPD einleiten. Bundestag und Bundesregierung zögern noch, ob sie mitziehen. Aber die SPD drängelt: Mit einem eigenen Antrag im Parlament macht sie Druck auf Schwarz-Gelb.

10.01.2013

Früher war alles besser: US-Präsident Bush und Afghanistans Staatschef Karsai mochten sich. Die USA verkauften den Einsatz am Hindukusch als Erfolg. Beim Treffen Karsais mit Bushs Nachfolger Obama geht es nun darum, ein Scheitern zu verhindern.

10.01.2013