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Politik „Weiß“ ist bei Trump nicht bloß ein äußeres Merkmal - Weiß ist seine Gesinnung
Mehr Welt Politik „Weiß“ ist bei Trump nicht bloß ein äußeres Merkmal - Weiß ist seine Gesinnung
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21:13 05.08.2019
Amerikas „erster weißer Präsident“: Donald Trump setzt in den USA den Ton in der Debatte über Einwanderer. Quelle: Carolyn Kaster/AP/dpa
Houston

Ein ungeheuerlicher Verdacht liegt über dem Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika. Donald Trump soll die zunehmende Gewalt weißer Extremisten gegen Schwarze, Latinos und Asiaten in den USA befördern. Mit seinen Tweets und Tiraden soll der Präsident den Attentäter von El Paso zu seinem Verbrechen inspiriert haben.

Dieser Verdacht wird genährt durch das rassistische „Manifest“, das Patrick C. am Samstag im Extremisten-Forum 8chan veröffentlichte, ehe der 21-Jährige das Walmart-Einkaufszentrum betrat und 20 Menschen erschoss. Der Text mit dem Titel „Die unbequeme Wahrheit“ enthält Wendungen, die man so oder ganz ähnlich schon bei Trump vernommen hat, etwa die Warnung vor der „hispanischen Invasion in Texas“.

Das „Manifest“ ähnelt den Reden Trumps

Weil der Verfasser offenbar ahnte, dass sein Text den Eindruck erwecken würde, er stammte von den Redenschreibern Trumps, setzt er sich vorab zur Wehr: Seine Ansichten reichten weiter zurück, als Trump im Amt ist. Wer dennoch Trump die Schuld gebe, verbreite „fake news“ –ein weiteres Lieblingswort des Präsidenten.

Das „Manifest“ macht Einwanderer aus Mittel- und Südamerika für allerhand Missstände verantwortlich: für den Mangel gut bezahlter Industriearbeitsplätze, für die Entwertung von Bildungsabschlüssen und die Verschmutzung der Umwelt; die Verbindung von Ökologie und Rassismus zu einem sogenannten Ökofaschismus findet immer mehr Anhänger in rechtsradikalen Netzforen. Letzteres zeigt, dass Trump dem Massenmörder gewiss nicht allein als Spiritus Rector gedient hat. Mit Umweltsorgen ist der Präsident bisher nicht aufgefallen.

Dennoch ist der Vorwurf vieler demokratischer Präsidentschaftsanwärter, Trump sei für diese und andere Gewalttaten gegen Minderheiten verantwortlich, nicht völlig aus der Luft gegriffen. Mit seiner martialischen, feindseligen Rhetorik erzeugt der Präsident ein gesellschaftliches Klima, in dem es manchem geboten erscheint, zu hetzen, zu hassen – und sich zur Wehr zu setzen.

Trump brandmarkt die Einwanderung aus dem Süden als „Invasion“. Er kriminalisiert Südamerikaner, indem er sie als „Schläger“ und „Vergewaltiger“ verunglimpft; er erkennt ihnen das Menschsein ab und spricht von „Tieren“. Selbst Kleinkinder dämonisiert der Präsident und lässt sie an der Grenze zu Mexiko einsperren. Der Bau der Mauer soll die Einwanderer zurückhalten – damit Amerika Amerika bleibe.

„Erschießen“, rief einer im Publikum

„Wie stoppt man diese Leute bloß?“, rief Trump kürzlich vor Anhängern. Einer in der Menge hatte eine Idee: „Erschießen!“ In eben dieser Absicht betrat der Attentäter am Samstag das Walmart-Einkaufszentrum von El Paso.

Der nationalistischen „Alt-right“-Bewegung gilt Trump als ihr Erfüllungsgehilfe im Weißen Haus. Seine Zurückhaltung bei der Verurteilung rechter Gewalt gilt ihnen als Bestätigung, seine Ambivalenz als Zeichen der Solidarität. Kürzlich wurde Trump Auf CNN gefragt, ob er die „Alt-Right“-Bewegung unterstütze. Er hätte dies klar verneinen können. Stattdessen aber behauptete Trump, er wisse nicht, was das sein solle.

Diese zynische Indifferenz kann er sich zurzeit nicht leisten. Der Druck auf Trump steigt. Am Montag verurteilte der Präsident Rassismus und die Ideologie von der Überlegenheit der Weißen – kurz nachdem er empfohlen hatte, als Folge aus den Massenerschießungen vom Wochenende eine Einwanderungsreform auf den Weg zu bringen. Ein strengeres Einwanderungsrecht als Reaktion auf zwei Verbrechen, denen besonders viele Mexikaner und Afroamerikaner zum Opfer fielen? Es wäre eine Genugtuung für seine extremistische Basis.

Trump wollte nicht an Schwarze vermieten

Eine klare Distanzierung von Rassismus wäre angesichts Trumps Vorgeschichte ohnehin nicht glaubwürdig. Seine politische Karriere begann Trump damit, dass er die US-Staatsbürgerschaft des ersten schwarzen Präsidenten Barack Obama infragestellte. Als Immobilienmagnat weigerte er sich, an Schwarze zu vermieten. Er blieb bei seiner Forderung nach der Todesstrafe für fünf schwarze Jugendliche, selbst als diese vom Vorwurf der Vergewaltigung eindeutig freigesprochen wurden. Er zweifelte die Eignung eines Bundesrichters mit dem Hinweis an, dieser sei Mexikaner.

Der „erste weiße Präsident“

Trumps Biografie, seine Taten und Tweets lassen nach Ansicht des US-Publizisten Ta-Nehisi Coates nur einen Schluss zu: Trump sei „Amerikas erster weißer Präsident“. „Weiß“ ist bei Trump nicht bloß ein äußeres Merkmal. Weiß ist seine Gesinnung.

Von Marina Kormbaki/RND

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