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17:40 31.03.2011
An Übungsmasten könnten Kadetten zeigen, ob sie zum Klettern in die Takelage geeignet sind. Quelle: dpa

Nach einer Affäre um das Marineschulschiff „Gorch Fock“ hat der Wehrbeauftragte des Bundestags, Hellmut Königshaus, neue Sicherheitsanforderungen für die Kadetten-Ausbildung verlangt. Zugleich kritisierte er am Donnerstag in Kiel einen Untersuchungsbericht der Marine zu angeblichen Missständen an Bord des Dreimasters und beklagte Widersprüche. Auf die Frage, ob er glücklich mit dem Bericht sei, sagte er „Nein.“ Königshaus hatte Anfang des Jahres dem Verteidigungsausschuss in Berlin von Vorwürfen der Drangsalierung berichtet. Eine Untersuchungskommission kam aber zu dem Schluss, dass diese zu einem großen Teil nicht zutreffen.

Mehrere Offiziersanwärter hatten sich an Königshaus gewandt, nachdem eine junge Kadettin aus der Takelage gestürzt und ums Leben gekommen war. Sie klagten über übermäßigen Druck, auch von sexueller Nötigung war die Rede. „Alles was uns geschildert wurde, haben die Petenten auch der Marine so geschildert“, sagte der Wehrbeauftragte. Er bemängelte, dass die Zusammenfassung des Berichts nicht vom Bericht selbst gedeckt sei, wollte aber keine Einzelheiten nennen.

Das Verteidigungsministerium hatte die Arbeit der Untersuchungskommission zunächst nicht bewertet, sondern will auf den Abschluss eines Havarieverfahrens, staatsanwaltschaftliche Ermittlungen zu dem Unfall und der Arbeit einer zweiten Ausbildungskommission der Marine warten.

„Ich habe den dringenden Wunsch, dass die Marine die Sicherheitsanforderungen überprüft“, sagte Königshaus außerdem. Wie ließe sich etwa sicherstellen, dass diejenigen, die in die Takelage klettern, auch körperlich dafür geeignet seien? So würden bei der italienischen Marine seit Jahren Übungsmasten mit Fangnetzen eingesetzt. Tödliche Unfälle wie auf der „Gorch Fock“ habe es dort noch nie gegeben. Fraglich sei auch, warum Schutzwesten nicht mit Geräten ausgestattet seien, die beim Sturz ins Salzwasser ein Alarmsignal gäben.

dpa

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