Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Politik Wegen Coronavirus: CDU verschiebt Wahl des neuen Parteichefs
Mehr Welt Politik Wegen Coronavirus: CDU verschiebt Wahl des neuen Parteichefs
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
12:53 12.03.2020
Die CDU verschiebt wegen der Corona-Krise ihren für den 25. April geplanten Sonderparteitag zur Wahl eines Nachfolgers der scheidenden Parteichefin Annegret Kramp-Karrenbauer. Quelle: Fabian Strauch/dpa
Anzeige
Berlin

Die CDU verschiebt ihren für Ende April vorgesehenen Parteitag, auf dem ein Nachfolger für Parteichefin Annegret Kramp-Karrenbauer gewählt werden sollte. “Die Gesundheit der Menschen in unserem Land hat für uns Vorrang vor allem anderen”, teilte Kramp-Karrenbauer am Donnerstagmittag mit Blick auf die Corona-Epidemie mit.

Angesichts der aktuellen Prognosen zur weiteren Ausbreitung des Virus könne der bislang geplante CDU-Parteitag am 25. April nicht stattfinden, erklärte Kramp-Karrenbauer. Der Bundesvorstand beschloss am Donnerstag per Telefonschalte einstimmig, den Parteitag zu verschieben. Er soll stattfinden- "aber erst wenn die Lage es zulässt”, war aus dem Konrad-Adenauer-Haus zu hören.

Anzeige

Der Schritt war vorab mit allen Kandidaten abgestimmt. “Alle drei unterstützen die Verschiebung des Parteitags ausdrücklich. Alle drei Kandidaten haben auch zugesagt, dass sie die eigene Person hinten anstellen wollen und auch auf Kampagnen bei Landesverbänden verzichten”, sagte Kramp-Karrenbauer.

Damit beendet Kramp-Karrenbauer eine tagelange Debatte. Spätestens seit Sonntagabend, als Bundesgesundheitsminister Jens Spahn zur Absage von Versammlungen mit mehr als 1000 Teilnehmern geraten hatte, stand der Parteitag auf der Kippe. CDU-Politiker fürchteten um die Außenwirkung ihrer Partei, aber auch um die Autorität Spahns, wenn sich ausgerechnet dessen Partei nicht an seinen dringenden Rat hält.

AKK bleibt länger als geplant im Amt

Auf dem Parteitag wollten sich NRW-Ministerpräsident Armin Laschet, der frühere CDU-Fraktionschef Friedrich Merz und der Außenpolitiker Norbert Röttgen zur Wahl stellen, nachdem Kramp-Karrenbauer Anfang Februar verkündet hatte, nicht als Kanzlerkandidatin antreten und den Parteivorsitz abgeben zu wollen.

Nun ist der Wettstreit um den CDU-Parteivorsitz erst mal ausgesetzt. Laschet sagte der Deutschen Presse-Agentur am Rande der Ministerpräsidentenkonferenz in Berlin: „Die Verschiebung ist konsequent und richtig. Alle Konzentration muss jetzt auf die Bekämpfung der Corona-Krise gerichtet werden.“ Merz betonte, die Entscheidung, den Parteitag „auf unbestimmte Zeit zu verschieben, ist richtig und vernünftig. Die Gesundheit der Menschen hat Vorrang“.

Röttgen, der seine Kandidatur als erster offiziell verkündet hatte, sagte am Donnerstag eine Veranstaltung für den Abend ab. “Wir werden sehr bald eine vollkommen veränderte Lage in unserem Land und auch weltweit haben. An diesen neuen Prioritäten müssen sich alle orientieren”, schrieb er.

Entgegen ihrer Planungen wird Kramp-Karrenbauer nun noch eine Weile CDU-Chefin sein. Wie lange, ist offen - und hängt vom Nachholtermin für den Parteitag ab. Der nächste reguläre CDU-Parteitag ist für Dezember dieses Jahres geplant. Ursprünglich war es Kramp-Karrenbauers Absicht, ihre Nachfolge bis Ende des Jahres zu regeln.

Große Teile der Partei rieten jedoch von einem langwierigen Übergang ab und drängten zur raschen Vorsitzendenwahl. Nach dem Debakel um die Thüringer Ministerpräsidentenwahl sollte alles vermieden werden, was den Eindruck von chaotischen Zuständen in der CDU nähren würde.

Auch weitere geplante Parteiveranstaltungen fallen aus. Kramp-Karrenbauer kündigte an, dass Veranstaltungen, die keine hohe Dringlichkeit haben und nicht zwingend jetzt stattfinden müssen, verschoben oder digital durchgeführt werden. Mit gutem Beispiel gingen gestern die Familienpolitiker der Christdemokraten voran: Sie verlagerten ihr Werkstattgespräch zur neuen familienpolitischen Ausrichtung der Partei ins Internet.

Kramp-Karrenbauer empfahl allen CDU-Vereinigungen und Parteigliederungen auf Landes- und Kreisebene “dringend”, geplante Veranstaltungen im Zweifel abzusagen.

Mehr zum Thema

“Deutschlandtrend”: Merz bei Anhängern von AfD und FDP besonders beliebt

Norbert Röttgen will als CDU-Chef eine Generalsekretärin

Duo gegen Einzelkämpfer: Wie Laschet und Spahn gegen Merz gewinnen wollen

RND

Von Marina Kormbaki/RND

Der Artikel "Wegen Coronavirus: CDU verschiebt Wahl des neuen Parteichefs" stammt von unserem Partner, dem RedaktionsNetzwerk Deutschland.

Anzeige