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Politik Was Österreich nach der Wahl erwartet – ohne Krawall
Mehr Welt Politik Was Österreich nach der Wahl erwartet – ohne Krawall
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09:40 30.09.2019
Sebastian Kurz nach dem Wahlsieg in Österreich. Quelle: imago images/photonews.at

Wer darf neben Sebastian Kurz auf der Regierungsbank sitzen? Das war die Frage, über die Österreich in diesem Wahlkampf rätseln durfte. Rätseln, nicht entscheiden. Die Antwort gibt allein Sebastian Kurz. Er kann sich voraussichtlich aussuchen, ob er es mit den Grünen und den liberalen Neos probiert – oder gar die Sozialdemokraten ins Boot holt. Vielleicht gibt es auch eine Neuauflage mit den „Freiheitlichen“, auch wenn die FPÖ am Sonntag kein Interesse an Koalitionsgesprächen signalisierte. Geschickt, wie er ist, hat sich der junge Wahlsieger alle Optionen offengehalten. Er wird dies tun, bis er seine neue Regierung unter Dach und Fach hat.

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Wie immer Kurz sich entscheidet: Er wird es sein, der die Richtlinien der Politik bestimmt. Der 33-Jährige verwaltet und repräsentiert einen Konsens, der weit über die Wählerschaft seiner konservativen ÖVP hinausreicht. Flüchtlinge brauchen und wollen wir nicht, Ausländer sollen sich hinten anstellen. Männer machen Überstunden, Frauen verdienen dazu. Brüssel hat uns nicht hineinzureden, und in der Schule soll der Lehrer wieder etwas zu sagen haben.

Nicht mal die Grünen fordern heraus

Keine Oppositionspartei hat den Konsens umfassend herausgefordert, nicht einmal die Grünen. Eine Wende stellt man sich in Österreich nicht so vor, dass die eine Partei über die andere siegt. Vielmehr sollen sich alle in die gleiche Richtung bewegen. Der Abstand zwischen ihnen soll bleiben.

Dass die FPÖ so stark Federn lassen musste, wird am konservativen Konsens nichts ändern. Die Aufregung über das berühmte Ibiza-Video, das den damaligen Vizekanzler beim Kungeln mit einer falschen russischen Oligarchin zeigte, hielt sich in Grenzen. Das, was sie von der FPÖ wollten, kriegen die Wähler jetzt von der ÖVP – ganz ohne Krawall.

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