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13:34 17.01.2010
Präsidentschaftskandidat Sergei Tigipko
Präsidentschaftskandidat Sergei Tigipko Quelle: ap
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Zum ersten Mal seit der orangenen Revolution haben die Ukrainer am Sonntag einen neuen Präsidenten gewählt. Die einstigen Führer des Widerstands, Amtsinhaber Viktor Juschtschenko und Ministerpräsidentin Julia Timoschenko, sind zerstritten und treten gegeneinander an. Umfragen zufolge könnten beide die Stichwahl verfehlen, die erforderlich wird, wenn keiner der 18 Kandidaten in der ersten Runde mehr als 50 Prozent der Stimmen erhält.

Auf den ersten beiden Plätzen lagen einer Prognose zufolge der prorussische Exregierungschef Viktor Janukowitsch mit rund einem Drittel der Stimmen und der 49-jährige Sergej Tigipko, ein früherer Wirtschaftsminister. „Ich will die große Sensation dieser Wahl werden“, hatte der wohlhabende Bankier der Nachrichtenagentur AP am Samstag gesagt. Timoschenko folgte der Erhebung zufolge auf Platz drei.

Auf die Stimmen enttäuschter Wähler setzte ein Exbürgermeister aus der Westukraine, Wassili Gumenjuk, der für die Wahl seinen Namen offiziell in Wassili Protiwsich ändern ließ - übersetzt heißt das „Wassili gegen alle(s)“. Termin für eine Stichwahl wäre der 7. Februar.

Timoschenko sagte bei ihrer Stimmabgabe, die Menschen wählten am Sonntag nicht nur einen neuen Präsidenten. Sie „bestimmen die künftige Regierung für die kommenden Jahrzehnte“, erklärte die Regierungschefin. Juschtschenko zeigte sich zuversichtlich, dass „die Ukraine erneut zeigt, dass sie ein europäisches, demokratisches Land mit einem freien Volk, freien Menschen und einer freien Wahl ist“.

Juschtschenko trat am 23. Januar 2005 das Präsidentenamt an. Zuvor hatte nach wochenlangen friedlichen Protesten der Oberste Gerichtshof den Wahlsieg seines Rivalen Janukowitsch kassiert, und Juschtschenko gewann daraufhin die Wiederholung der Stichwahl am 26. Dezember 2004.

Zur Wahl aufgerufen waren 36,6 Millionen Bürger. Die Wahllokale sind von 08.00 Uhr bis 20.00 Uhr Ortszeit (07.00 Uhr bis 19.00 Uhr MEZ) geöffnet. Unmittelbar danach sollen erste Prognosen auf der Basis von Wählernachfragen veröffentlicht werden.

ap