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15:35 08.01.2016
Laut einem WDR-Bericht soll es zwei Festnahmen nach den Übergriffen von Köln gegeben haben.
Laut einem WDR-Bericht soll es zwei Festnahmen nach den Übergriffen von Köln gegeben haben. Quelle: dpa
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Köln

Bei den 16 und 23 Jahre alten Männern aus Marokko und Tunesien sollen nach Polizeiangaben Handys sicher gestellt worden sein.  WDR und „Kölner Stadt-Anzeiger“ hatten berichtet, die Videos zeigten Ausschreitungen und Übergriffe auf Frauen. Außerdem sei ein Zettel mit arabisch-deutschen Übersetzungen von sexistischen Begriffen sichergestellt worden. Dazu wollte sich der Staatsanwalt nicht äußern.

Laut Polizei ist die Zahl der Anzeigen inzwischen auf rund 170 gestiegen, drei Viertel davon haben einen sexuellen Hintergrund. Der Polizei liegen 350 Stunden Videomaterial vor, rund 250 verschiedene Daten müssten ausgewertet werden, sagte der Polizeisprecher der Deutschen Presse-Agentur. Die bislang 80-köpfige Ermittlungsgruppe "Neujahr" wurde auf 100 Beamte aufgestockt. Insgesamt wird derzeit gegen 21 mutmaßliche Täter ermittelt.

Mehrere in der Kölner Silvesternacht gestohlenen Mobiltelefone sollen nach Angaben des Nachrichtenmagazins "Spiegel" (Freitag) und des "Kölner Stadt-Anzeigers" in Flüchtlingsunterkünften oder deren Umgebung geortet worden sein. Die Polizei war für eine Stellungnahme am Freitag zunächst nicht zu erreichen. Nicht bekannt ist, ob die Handys von den Randalierern aus der Silvesternacht gestohlen wurden oder ob sie in einem anderen Zusammenhang mit den Übergriffen stehen.

Bundespolizei hat 31 Tatverdächtige

Die Bundespolizei hat in der Silvesternacht am Kölner Hauptbahnhof nach bisherigem Stand 32 Straftaten festgestellt - mit 31 namentlich bekannten Tatverdächtigen. Das erklärte ein Sprecher des Bundesinnenministeriums am Freitag in Berlin unter Berufung auf einen vorläufigen Bericht der Bundespolizei. Unter den Tatverdächtigen seien auch Asylbewerber. Bei diesen Delikten handele es sich aber überwiegend um Körperverletzungen und Diebstähle. Sexualdelikte seien bisher nicht mit den Asylbewerbern in Verbindung gebracht worden.

Zwar seien wegen Sexualdelikten drei Strafanzeigen bei der Bundespolizei eingegangen, sagte der Sprecher weiter. Tatverdächtige seien in diesen Fällen aber nicht ermittelt worden.

Unter den 31 bekannten Verdächtigen der übrigen Delikte seien neun algerische, acht marokkanische, fünf iranische, vier syrische, ein irakischer, ein serbischer, ein US-amerikanischer und zwei deutsche Staatsangehörige. 18 von ihnen seien Asylbewerber.

Der Sprecher betonte, es handele sich lediglich um Fälle, die in den Zuständigkeitsbereich der Bundespolizei fielen - also auf dem Bahnhofsgelände und bis zu einer Entfernung von 30 Metern auf dem Vorplatz. Für alle anderen Delikte ist die Polizei Köln zuständig.

dpa

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