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Politik Verurteilung der Täter von Srebrenica Bedingung für Frieden
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21:25 11.07.2009
Eine Muslima und ihre Tochter trauern am Grab eines Verwandten in Potocari.
Eine Muslima und ihre Tochter trauern am Grab eines Verwandten in Potocari. Quelle: Elvis Barukcic/afp
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Prozesse gegen den früheren bosnischen Serbenführer und seinen noch flüchtigen Kommandeur seien eine wichtige Bedingung für dauerhaften Frieden in der Region, erklärte der serbische Regierungschef Mirko Cvetkovic am Sonnabend.

In Srebrenica gedachten mehr als 20.000 bosnische Muslime der Opfer des Massakers vom Juli 1995. Damals waren bosnisch-serbische Milizen in die UN-Schutzzone Srebrenica einmarschiert und hatten an den leicht-bewaffneten niederländischen Blauhelmsoldaten vorbei rund 8000 Muslime, vorwiegend Männer und Jungen, verschleppt und getötet. Bei der Zeremonie auf dem Erinnerungsfriedhof in Potocari unweit der Kleinstadt wurden weitere 534 identifizierte Opfer im Alter von 14 und 75 Jahren beigesetzt. Bislang sind etwa 3200 Opfer des Massakers dort begraben.

Der serbische Regierungschef Cvetkovic setzte anlässlich des Jahrestages große Hoffnungen in eine Verurteilung der Hauptverantwortlichen Karadzic und Mladic. „Wir stehen gegenüber den Opfern in der Schuld, die Verantwortlichen dieser Verbrechen zu verurteilen“, erklärte er. Karadzic war nach jahrelanger Flucht vor rund einem Jahr gefasst worden und muss sich nun vor dem UN-Kriegsverbrechertribunal in Den Haag verantworten. Mladic ist weiter flüchtig.

Das heutige Bosnien - eine Reportage mit Bildergalerie von HAZ.de-Mitarbeiter Jörg Nierzwicki

Wie die serbische Nachrichtenagentur Beta berichtete, forderten mehrere Nichtregierungsorganisationen die Regierung in Belgrad auf, den 11. Juli zum offiziellen Gedenktag in Serbien zu machen. Im Parlament des zwischen bosnischen Kroaten und Serben geteilten Bosnien Herzegowina hatten am Mittwoch die serbischen Abgeordneten verhindert, dass der 11. Juli zum Gedenktag erklärt wird.

Das Massaker von Srebrenica gilt als das schwerste in Europa seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs. Sowohl der Internationale Gerichtshof wie auch das UN-Kriegsverbrechertribunal stuften es als Völkermord ein. Nachdem das Europaparlament im Januar einen entsprechenden Beschluss gefasst hatte, wurde erstmals EU-weit des Massakers gedacht.

afp