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Politik Versehentlicher Flugzeug-Abschuss im Iran: Merkel will schonungslose Aufklärung
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22:38 11.01.2020
Iran, Shahedshahr: Rettungskräfte bergen Wrackteile eines verunglückten ukrainischen Flugzeugs in der Nähe von Teheran. Quelle: Ebrahim Noroozi/AP/dpa
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Brüssel

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat das Eingeständnis des Irans begrüßt, für den Absturz eines ukrainischen Passagierflugzeugs mit 176 Todesopfern verantwortlich zu sein. Es sei gut, dass die Verantwortlichen damit bekannt seien, sagte die CDU-Politikerin nach einem Gespräch mit Kremlchef Wladimir Putin am Samstag in Moskau. "Es bleibt aber ein dramatisches Ereignis." Es seien unschuldige Menschen gestorben. Der Iran müsse nun schonungslos aufklären, forderte Merkel. Teheran müsse gemeinsam mit den Nationen, die Todesopfer zu beklagen hätten, Lösungen finden.

Die Europäische Union forderte den Iran zu Konsequenzen auf. "Es müssen angemessene Maßnahmen getroffen werden um sicherzustellen, dass solch ein schrecklicher Unfall nie wieder geschehen kann", erklärte EU-Kommissionssprecher Peter Stano am Samstag in Brüssel.

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Iran räumt „unbeabsichtigten" Flugzeugabschuss ein

Nach entsprechenden Zusagen von Irans Präsident Hassan Ruhani erwarte die EU, dass Teheran weiter voll kooperiere und nach internationalen Standards umfassend und durchschaubar untersuche, wie es zu dieser Tragödie kommen konnte.

Iran entschuldigt sich bei Ukraine

Ruhani hat sich in einem Telefongespräch mit seinem ukrainischen Kollegen Wolodymyr Selenskyj offiziell bei der Ukraine für den versehentlichen Abschuss entschuldigt. „Das Zugeben der "Raketenversion" als Ursache für die Katastrophe hat den Weg für die Fortsetzung der Ermittlungen ohne Verzögerungen und Behinderungen geöffnet“, sagte Selenskyj einer Mitteilung zufolge am Samstag. Kiew werde an Teheran eine offizielle Note unter anderem mit Kompensationsforderungen senden.

Ruhani versicherte, dass alle Schuldigen für den Fehler des iranischen Militärs zur Verantwortung gezogen würden und mit juristischen Konsequenzen rechnen müssten. „Wir werden in jeder Hinsicht unsere juristischen Verpflichtungen einhalten“, teilte das iranische Präsidialamt mit. Laut Selenskyj sollen die Toten bereits in der kommenden Woche in die Ukraine zurückgeführt werden. Teheran habe zugesichert, dies zu ermöglichen.

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Iran räumte ein, Flugzeug versehentlich abgeschossen zu haben

Auch die schwedische Regierung verurteilte den vom Iran eingeräumten Abschuss. „Die Tatsache, dass das Flugzeug abgeschossen wurde, ist schrecklich und entsetzlich. Ein ziviles Flugzeug abzuschießen - ungeachtet dessen, ob dies ein Fehler war oder nicht - ist eine Handlung, die verurteilt werden und für die der Iran die volle Verantwortung übernehmen muss“, teilte Ministerpräsident Stefan Löfven am Samstag mit. Dass der Iran den versehentlichen Abschuss eingeräumt habe, biete eine Grundlage für eine umfassende und transparente Untersuchung des Vorfalls.

Der Iran hatte am Samstag eingeräumt, sein Militär habe am Mittwoch unbeabsichtigt ein Flugzeug der Ukrainian International Airlines nahe dem Flughafen der Hauptstadt Teheran abgeschossen. Bei der Katastrophe starben alle 176 Insassen. EU-Sprecher Stano erklärte dazu, die EU nehme zur Kenntnis, dass der Iran die Verantwortung für den Absturz von Flug PS752 übernommen habe.

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RND/dpa

Der Artikel "Versehentlicher Flugzeug-Abschuss im Iran: Merkel will schonungslose Aufklärung " stammt von unserem Partner, dem RedaktionsNetzwerk Deutschland.