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Politik Verdi-Chef nennt AfD-Sozialpolitik “strunzdumm”
Mehr Welt Politik Verdi-Chef nennt AfD-Sozialpolitik “strunzdumm”
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10:18 10.08.2019
Verdi-Chef Frank Bsirske findet die Sozialpolitik der AfD "brandgefährlich". Quelle: dpa
Berlin

Im September geht Frank Bsirske in den Ruhestand. Noch mischt er sich aber kräftig in Debatten ein. Kürzlich rief er seine Gewerkschaftsmitglieder zur Teilnahme an den “Fridays for Future”-Demos auf. Drei Wochen vor den Landtagswahlen in Sachsen und Brandenburg prangert der Verdi-Chef nun die Sozialpolitik der AfD an. „Ihre Radikalisierung ins Völkische lenkt davon ab, dass sie in der Sozialpolitik eher einer radikalisierten FDP gleicht“, sagte Bsirske der „Westdeutschen Allgemeinen Zeitung“.

Die AfD-Spitze erwärme sich dafür, die gesetzliche Renten- und Arbeitslosenversicherung abzuschaffen, so der 67-Jährige. Sie wolle auch die Erbschaftssteuer abschaffen. „Und sie will zurück zur D-Mark - was einen Aufwertungsschock zur Folge hätte und unsere Exporte verteuern würde“, erklärte der Gewerkschafter. „Den Marsch in die nächste Wirtschaftskrise zum Programm zu erheben, das ist nicht nur strunzdumm, sondern gemeingefährlich. Den Interessen der Arbeitnehmer läuft das diametral entgegen.“

Verdi-Chef mahnt: Die Sorgen der Menschen ernst nehmen

Die etablierten Parteien müssten sich mit der AfD auseinandersetzen und gleichzeitig die Sorgen der Menschen ernst nehmen, mahnte der Verdi-Chef. „Es treibt eben viele um, ob sie künftig ihre Wohnung noch bezahlen können oder die Altersrente reichen wird um anständig über die Runden zu kommen“, sagte Bsirske, „da muss man ran.“ Die AfD tue genau das aber eben nicht, betonte er.

Ähnlich sieht das auch IG-Metall-Chef Jörg Hofmann: „Rechtspopulisten schüren Verunsicherung und Ängste“, sagte er der Zeitung, ohne die AfD zu nennen. Sie hätten „keine Antwort auf die Herausforderungen des strukturellen Wandels“. Hofmann weiter: „Die Gewerkschaften haben eine lange antifaschistische und antirassistische Tradition und sehen sich in gesellschaftspolitischer Verantwortung, klare Kante zu zeigen.“

Umfragen sehen die AfD vor den Landtagswahlen in Brandenburg vorn, in Sachsen kämpft sie mit der CDU darum, stärkste Partei zu werden, in Thüringen mit der Linkspartei. Brandenburg und Sachsen wählen am 1. September, Thüringen am 27. Oktober.

RND/dpa/cb

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