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Politik Venezuelas Vizepräsidentin bezeichnet US-Hilfsgüter als „krebserregend und vergiftet“
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15:17 14.02.2019
Sagt, die Hilfsgüter der USA sind„kontaminiert, vergiftet und krebserregend“: Venezuelas Vizepräsidentin Delcy Rodriguez Quelle: dpa
Bogota

Das Drama um die humanitären Hilfslieferungen nach Venezuela erlebt seinen nächsten Akt. Venezuelas Vizepräsidentin Delcy Rodriguez (49) bezeichnet die Hilfspakete aus den USA, die derzeit in der kolumbianischen Grenzstadt Cucuta eingelagert werden, in einer TV-Ansprache als „kontaminiert, vergiftet und krebserregend“.

Glaubt man den Anschuldigungen der Vizepräsidentin, dann bahnt sich also ein Art Krieg mit biologischen Waffen gegen das venezolanische Volk an. Rodriguez führte für ihre Behauptungen über die kontaminierte Ware verschiedene vorliegende Studien als Quelle an.

Machtkampf um Hilfsgüter tobt seit Tagen in Venezuela

Seit Tagen tobt ein Machtkampf um die von USAID bereitgestellten Medikamente und Lebensmittel. Deren Verteilung an bedürftige Venezolaner hat Interimspräsident Juan Guaido angekündigt.

Doch bislang konnte er sein Versprechen nicht umsetzen. Venezuelas sozialistischer Machthaber Nicolas Maduro blockiert den einzig in Cucuta befahrbaren Grenzübergang zwischen Venezuela und Kolumbien, die Grenzbrücke „Las Tienditas“, mit Tankwagen und Containern.

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Erklärstück: Das sollten Sie über die Krise in Caracas wissen

Guaido kontert mit einer Art Guerilla-Taktik: Er will freiwillige Venezolaner finden, die die Hilfspakete in Cucuta abholen, über die Grenze bringen und dann in Venezuela an Krankenhäuser ausliefern. Laut Aussagen der Opposition haben sich bereits Tausende für diesen Akt des Widerstands registrieren lassen.

Militär und Präsident Maduro blockieren Lieferungen

Am Dienstag brauchte Guaido erneut Hunderttausende im ganzen Land auf die Straßen, um für die humanitären Hilfslieferungen zu demonstrieren. Sie gelten als der Knackpunkt im Machtkampf zwischen den tief zerstrittenen Lagern.

Lässt das venezolanische Militär die Hilfslieferungen passieren, wäre das für den autokratischen Machthaber Nicolas Maduro wohl gleichbedeutend mit einem Autoritätsverlust.

Maduro aber wirft der Opposition und den USA vor, sein Land mit den Lieferungen demütigen zu wollen. Vizepräsidentin Delcy Rodriguez zweifelt an, dass es im Land eine humanitäre Krise gebe, stattdessen sei ein Wirtschaftskrieg neoliberaler Kräfte für die Versorgungsengpässe verantwortlich.

Bundespräsident Steinmeier stellt sich hinter Oppositionsführer Guaido

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier stellte sich bei seinem am Mittwoch zu Ende gegangenen Besuch im Nachbarland noch einmal demonstrativ hinter Oppositionsführer Guaido, der von der Bundesregierung bis zu Neuwahlen als legitimer Übergangspräsident anerkannt wird.

„Autokratie und Misswirtschaft haben Venezuela, ein an sich reiches Land, an den Abgrund und in den Bankrott geführt“, sagte Steinmeier. Die Menschen reagierten deshalb auf zwei Arten: Mit Demonstrationen gegen die Regierung oder mit Flucht aus Venezuela. Nur Neuwahlen könnten Hoffnung auf einen Neuanfang verbreiten.

Die venezolanische Opposition, gestärkt durch die neuen massiven Proteste, reagierte indes auf die Vorwürfe der Vizepräsidentin mit Unverständnis. Die oppositionelle Abgeordnete Gaby Arellano aus der von der Maduro entmachteten Nationalversammlung sagte im spanischsprachigen TV-Sender „CNN en Espanol“ die Regierung sei in eine Art Delirium verfallen. Für ihr Verhalten gäbe es keine logische Erklärung mehr.

US-Präsident Donald Trump schloss Militärintervention noch nicht aus

Maduro lässt derweil die Muskeln spielen. Landesweite Manöver sollen Feinden von außen aber auch im eigenen Land die Verteidigungsbereitschaft des sozialistischen Regimes demonstrieren.

Nach offiziellen Angaben befinden sich rund zwei Millionen Milizionäre unter Waffen, die die Revolution verteidigen sollen. US-Präsident Donald Trump schloss bislang eine militärische Intervention in Venezuela nicht aus. Zu einem der möglichen Szenarien gehört, dass die Hilfslieferungen militärisch begleitet werden könnten.

Caracas wirft den USA und Kolumbien vor, die humanitäre Hilfe diene lediglich als Vorwand, um eine militärische Invasion vorzubereiten. Fragen nach einer verstärkten US-Militärpräsenz im Grenzgebiet zu Kolumbien wich Kolumbiens Präsident Ivan Duque bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Steinmeier aus.

Von Tobias Käufer/RND

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