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Politik Vattenfall will AKW Krümmel wieder ans Netz nehmen
Mehr Welt Politik Vattenfall will AKW Krümmel wieder ans Netz nehmen
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15:56 16.06.2009
Vattenfall stellte einen Antrag zur Wiederinbetriebnahme des Atomkraftwerks Krümmel in Schleswig-Holstein. Quelle: Roland Magunia/ddp

„Die Entscheidung über den Antrag wird erfahrungsgemäß eher eine Sache von Tagen als von Wochen sein“, sagte der Leiter der Abteilung Reaktorsicherheit im Sozialministerium, Wolfgang Cloosters. Die Initiative contrAtom plant bereits eine Blockadeaktion vor dem Wiederanfahren.

Schleswig-Holsteins Sozialministerin Gitta Trauernicht (SPD) sagte, die Atomaufsicht habe zum Schutz der Bevölkerung „strengste Maßstäbe“ angesetzt. Während des Stillstandes seien die Arbeiten unter Hinzuziehung zahlreicher externer Sachverständiger „fortlaufend intensiv überwacht und kontrolliert“ worden. Sie fügte hinzu: „Für mich ist das zweifellos keine leichte Entscheidung.“ Denn es gehe ein AKW ans Netz, „das eine Menge Probleme bereitet hat“.

Nach Angaben von Cloosters stehen vor der Zustimmung „noch einige abschließende gutachterliche Stellungnahmen von externen Sachverständigen aus“. Diese und die von Vattenfall vorgelegte abschließende Dokumentation müssten von der Atomaufsicht noch bewertet werden.

„In den vergangenen zwei Jahren wurden rund 200 technische Änderungen zur Anlagenverbesserung und -instandsetzung durchgeführt“, sagte der Geschäftsführer der Vattenfall Europe Nuclear Energy (VENE), Michael Züfle. Zudem seien auch die Bereiche Organisation und Administration optimiert worden. Als Beispiel nannte er die Einführung der Drei-Wege-Kommunikation auf der Kraftwerkswarte.

Das Wiederanfahren selbst wird sich nach Angaben von Kraftwerkleiter Hans-Dieter Lucht über mehrere Tage erstrecken. „Reaktordruck und -temperatur werden langsam gesteigert, bevor die Turbine hochgefahren und der Generator ans Netz geschaltet wird“, sagte er. Während des Wiederanfahrens würden viele Funktionen geprüft, die während eines Stillstands nicht erfasst werden können.

Nicht die Dauer des Stillstands stelle die „besondere Herausforderung“ dieses Wiederanfahrens dar, sondern die Vielzahl und der Umfang der in vergangenen zwei Jahren vorgenommenen Veränderungen, sagte Lucht. „Wir haben etwa 200 technische Änderungen vorgenommen und rund 6000 Arbeitsaufträge erledigt.“ 100 Prozent Leistung werde „frühestens am vierten Tag nach Beginn des Wiederanfahrens erreicht“.

Der Siedewasserreaktor Krümmel ist seit dem 28. Juni 2007 aufgrund eines Maschinentransformatorbrandes und eines dadurch verursachten Störfalls außer Betrieb. Seitdem standen nach Angaben der Atomaufsicht „weitere technische Probleme einem Wiederanfahren entgegen“. Neben Reparaturen wurden in dem Kraftwerk typische Revisionsarbeiten und ein Brennelementwechsel vorgenommen.

Das AKW Krümmel hat nach Betreiberangaben eine Nettoleistung von 1346 Megawatt. Es kann jährlich mehr als zehn Milliarden Kilowattstunden Strom produzieren, das entspricht etwa 30 Prozent der insgesamt in Schleswig-Holstein erzeugten Strommenge.

ddp

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