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Politik Universität Leipzig feiert 600. Geburtstag
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14:42 02.12.2009
Universität Leipzig Quelle: ddp (Archivbild)
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Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) wiederholte im neuen, aber noch nicht fertiggestellten Paulinum im Zentrum des Campus sein Versprechen, dass es in Sachsen auch künftig keine Studiengebühren geben werde. Ein Vertreter des Studentenrates kritisierte, dass die Universität nicht offen genug mit ihrer Vergangenheit während der NS-Zeit und in der DDR umgehe.

Die Universität Leipzig war am 2. Dezember 1409 gegründet worden, nachdem unzufriedene Studenten im Frühjahr aus Prag ausgezogen und nach Leipzig gegangen waren. „Es war also keine Fürstengründung, sondern eine solche der Magister und Scholaren selbst“, sagte Uni-Rektor Franz Häuser.

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Leipzig ist nach Heidelberg die zweitälteste Universität in Deutschland, an der ohne Unterbrechung gelehrt und geforscht wurde. An ihr sind zurzeit rund 30 000 Studenten eingeschrieben. Umstritten ist seit Jahren der Neubau des Paulinums. Die Universität betrachtet das Gebäude am Ort der 1968 gesprengten Paulinerkirche vor allem als akademische und weltliche Aula, die Kirche indes betrachtet das Gebäude als Kirchenbau. Ursprünglich sollte das Paulinum zum Festakt fertiggestellt sein, mit der Eröffnung wird nach zahlreichen Verzögerungen jetzt aber erst 2011 gerechnet. Zum Festakt am Mittwoch war daher der Innenraum provisorisch hergerichtet worden.

Bundespräsident Horst Köhler nannte den Bologna-Prozess zur Umstellung auf die europäischen Bachelor- und Master-Abschlüsse die „größte Baustelle im deutschen Hochschulwesen“. Mit dieser Umstellung „sind wir nach zehn Jahren wohl nicht da, wo wir sein sollten“, sagte Köhler. Reformen bräuchten zwar Zeit, aber vor allem auch „Ernsthaftigkeit“ und den Willen, sie konsequent umzusetzen.

Köhler forderte die Bundesländer auf, die Bildungspolitik zur Chefsache zu machen und ausreichend Geld zur Verfügung zu stellen. Es sei gut, dass sich Bund und Länder darauf verständigt hätten, zehn Prozent des Bruttoinlandsprodukts für die Bildung auszugeben. „Wenn nun aber so lange gerechnet wird, bis das Ziel nominal erreicht scheint, ohne wirklich mehr Geld in die Hand zu nehmen, dann lässt das daran zweifeln, ob den Worten wirklich Taten folgen“, sagte Köhler.

Ministerpräsident Tillich sagte, Bildung solle jedem möglich sein. Sachsen werde daher auch in Zukunft keine Studiengebühren erheben. Auch stehe Sachsen zu dem Ziel, die zehn Prozent des Bruttoinlandsproduktes für Bildung, Forschung und Wissenschaft auszugeben. „Insofern wird mehr Geld in diesen Bereich fließen - und nicht weniger, wie manche behaupten“, sagte Tillich.

ddp

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