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Politik Union erreicht Jahreshoch in der Wählergunst
Mehr Welt Politik Union erreicht Jahreshoch in der Wählergunst
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15:24 29.07.2009
Wenn die Deutschen ihren Kanzler direkt wählen könnten, würden sich der Umfrage zufolge derzeit nur 17 Prozent für SPD-Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier entscheiden. (Archivbild) Quelle: Marcus Brandt/ddp
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Gemeinsam ergibt sich für Union und FDP eine klare Mehrheit von 51 Prozent der Stimmen.

Es ist der bislang höchste Wert, den das Forsa-Institut in diesem Jahr für die Union ermittelt hat. Die FDP muss der Umfrage zufolge einen Punkt abgeben und landet bei 13 Prozent. Die SPD verharrt demnach bei 23 Prozent, die Linkspartei fällt um einen Punkt auf neun Prozent, die Grünen kommen erneut auf zwölf Prozent. Union und FDP haben damit einen Vorsprung von sieben Punkten vor SPD, Grünen und der Linken.

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Wenn die Deutschen ihren Kanzler direkt wählen könnten, würden sich der Umfrage zufolge derzeit nur 17 Prozent für SPD-Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier entscheiden. Das sind drei Punkte weniger als in der Vorwoche zuvor. Es ist für ihn der bislang schlechteste von Forsa gemessene Wert seit seiner Nominierung vor elf Monaten. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) stieg um zwei Punkte und erreichte mit 58 Prozent zum zweiten Mal in diesem Jahr ihren Jahreshöchstwert.

SPD-Vize Peer Steinbrück räumte mit Blick auf die 23 Prozent für seine Partei ein: „Es macht keinen Sinn, sich diese Zahl schön zu reden oder mit den üblichen Politikerstatements zu verharmlosen. Diese Zahl ist schlecht.“ Doch seien Umfragen stets „Momentaufnahmen“, sagte der Bundesfinanzminister im Bayerischen Rundfunk. Viele Bürger entschieden sich erst in den letzten Tagen vor der Wahl. „Da glaube ich, dass die SPD ein größeres Potenzial hat als beispielsweise die Union, und da müssen wir heran.“ Die Kanzlerpräferenz sei zudem nicht allein entscheidend. Er rief die SPD zu einem engagierten Wahlkampf auf. „Wer nicht kämpft, verliert automatisch Prozentpunkte.“

Unionsfraktionsvize Wolfgang Bosbach (CDU) wiederum warnte seine Partei angesichts der guten Umfragewerte vor Übermut. „Wenn Sie mich am Samstag vor der letzten Bundestagswahl gefragt hätten, hätte ich Ihnen auch gesagt, es reicht für Schwarz-Gelb“, sagte Bosbach dem „Handelsblatt“ (Donnerstagausgabe). „Angesichts der Schwäche der SPD müsste die Union heute eigentlich auch bei über 40 Prozent liegen“, sagte der CDU-Politiker. Auch er verwies darauf, dass immer mehr Wähler sich erst in letzter Minute entscheiden. Dies habe sich bei der Europawahl erneut gezeigt. „Acht Wochen sind ein langer Zeitraum. Gerade jetzt wollen die Leute uns arbeiten sehen“, sagte Bosbach.

afp