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Politik Umweltaktivisten stürmen Podium bei Weltklimagipfel
Mehr Welt Politik Umweltaktivisten stürmen Podium bei Weltklimagipfel
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16:43 16.12.2009
Proteste in Kopenhagen.
Proteste in Kopenhagen. Quelle: afp
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„Klima-Gerechtigkeit jetzt!“ riefen die beiden Aktivisten - eine Frau und ein Mann - mehrfach, als sie nach einer Rede des senegalesischen Präsidenten Abdoulaye Wade die Bühne in der Haupthalle des Bella-Konferenzzentrums eroberten. Anschließend wurden sie von Sicherheitsleuten weggebracht. Für den Klimagipfel herrscht in der dänischen Hauptstadt ein enormes Sicherheitsaufgebot, auch das Bella Center ist durch eine Art Sicherheits-Schichtsystem geschützt.

Viele Delegierte aus Entwicklungsländern applaudierten, als die Umweltschützer ihre Botschaft ins Publikum riefen. Australiens Klima-Ministerin Penny Wong, die nach Wade auf der Rednerliste stand, kommentierte trocken, ihre Rede werde wohl „nicht so interessant wie diese Interaktion gerade eben“ sein.

Auch am Mittwoch wurden erneut tausende akkreditierte Vertreter von nichtstaatlichen Organisationen nicht in das Konferenzzentrum gelassen, was das UN-Klimasekretariat als Veranstalter mit Überfüllung begründete. Betroffen war auch der deutsche Umweltschutzverband BUND. BUND-Sprecher Rüdiger Rosenthal sagte AFP: „Alle BUND-Mitglieder wurden nicht in das Konferenzgelände gelassen.“ Einen aus Protest gestarteten Sitzstreik im Foyer hätten die Umweltschützer gegen Mittag wieder aufgegeben. Eine konkrete Begründung für das Vorgehen der Sicherheitskräfte habe es nicht gegeben, sagte Rosenthal.

Auch der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) teilte mit, eine für Donnerstag in Kopenhagen geplante Veranstaltung müsse entfallen. Dem Klimasekretariat zufolge sei die Ursache der unerwartet große Ansturm von Regierungsvertretern, weshalb der Zugang für Vertreter nichtstaatlicher Organisationen eingeschränkt werde. Bei der Veranstaltung wollten Industrievertreter mit Nichtregierungsorganisationen über Klimaschutz diskutieren. Insgesamt hatten sich für die Konferenz mehr als 40.000 Menschen angemeldet, offiziell kann das Bella Center aber nur 15.000 Menschen aufnehmen.

Außerhalb des Bella Center gab es derweil Zusammenstöße zwischen protestierenden Klimaschützern und der Polizei. Rund 1500 Demonstranten marschierten auf das Konferenzzentrum zu, wurden aber von Polizisten mit Hunden gestoppt, die Straßensperren errichtet hatten und Tränengas auf die Demonstranten abfeuerten. Die Demonstrations-Teilnehmer wurden mit Schlagstöcken zurückgedrängt, einem dänischen Fernsehsender zufolge stürzten drei Demonstranten nach Schlägen zu Boden. Wie eine Polizeisprecherin AFP sagte, gab es rund 230 Festnahmen. Die Klimaschützer fordern von den Konferenzteilnehmern ambitionierte Klimaschutz-Zusagen.

afp

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