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Politik Umfragen sehen Mehrheit für Schwarz-Gelb bröckeln
Mehr Welt Politik Umfragen sehen Mehrheit für Schwarz-Gelb bröckeln
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18:23 23.09.2009
Am kommenden Sonntag ist Bundestagswahl. Quelle: ddp
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CDU-Generalsekretär Ronald Pofalla betonte am Mittwoch, die Wahl werde „auf der Schlussgeraden entschieden“. FDP-Vizechef Rainer Brüderle mahnte, jeder müsse „jetzt wissen, dass für den Wechsel bis zum Schluss gekämpft werden muss“. SPD-Generalsekretär Hubertus Heil sagte: „Die Schlussmobilisierung der Sozialdemokraten gelingt.“

Laut einer Umfrage der Berliner Info GmbH für das „Handelsblatt“ erreichen Union und FDP kurz vor der Wahl am Sonntag in der Wählergunst zusammen nur noch 46 Prozent. Dies würde der Zeitung zufolge auch unter Einrechnung der erwarteten Überhangmandate nicht mehr für eine bürgerliche Parlamentsmehrheit reichen.

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Die Union rutschte hier auf 34 Prozent und die FDP auf 12 Prozent ab. Die SPD konnte sich dagegen auf 27 Prozent verbessern. Die Linke erreicht zwölf Prozent, die Grünen kommen auf zehn Prozent. Info-GmbH-Geschäftsführer Holger Liljeberg sagte: „Der Wahlkampf dreht in Richtung große Koalition. Offenbar bricht die schwarz-gelbe Welle zu früh.“

Laut einer neuen Forsa-Umfrage für RTL und das Magazin „Stern“ verschlechterte sich die Union von 37 auf 35 Prozent. Hier legte allerdings die FDP von 12 auf 13 Prozent zu. Daraus ergibt sich für eine schwarz-gelbe Koalition rechnerisch eine Mehrheit vor Rot-Rot-Grün von 48 zu 47 Prozent. Die SPD steigerte sich in der vergangenen Woche von 24 auf 26 Prozent. Die Grünen liegen stabil bei elf Prozent, die Linke blieb unverändert bei zehn Prozent.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) verlor der Forsa-Umfrage zufolge in der Bevölkerung an Sympathie: Wenn die Deutschen ihren Regierungschef direkt wählen könnten, würden sich nur noch 49 Prozent für Merkel entscheiden. Das sind sieben Prozentpunkte weniger als am Montag vergangener Woche. SPD-Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier konnte sich dagegen von 24 auf 26 Prozent steigern.

Forsa-Chef Manfred Güllner sagte, Steinmeier sei es gelungen, einen Teil der SPD-Abwanderer wieder einzufangen. Er fügte hinzu: „Das Rennen wird wieder knapp. Aber zusammen mit den Überhangmandaten könnte es für Union und FDP eine Mehrheit geben.“

Eine bereits am Dienstag veröffentlichte Allensbach-Umfrage für die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ hatte ebenfalls Verluste für die Union ergeben: Sie sank hier von 36 auf 35 Prozent. Die SPD verbesserte sich um 1,5 Prozentpunkte auf 24 Prozent. Für ein Bündnis von Union und FDP könnte es demnach mit 48,5 Prozent für eine Mandatsmehrheit reichen. SPD, Grüne und Linke zusammen kämen auf 46,5 Prozent.

Pofalla betonte in einem ddp-Interview, die CDU setze auf einen „intensiven Endspurt“. Die SPD habe „keine Gestaltungsperspektive, sondern lediglich einen Minimalanspruch, der da lautet: Eine bürgerliche Mehrheit zu verhindern“. Heil sagte: „Zwar sind Umfragen immer nur Momentaufnahmen, aber klar ist, dass seit dem Fernseh-Duell die SPD stark aufholt und Schwarz-Gelb verliert.“

FDP-Generalsekretär Dirk Niebel entgegnete, die „ehemals so stolze SPD“ habe „ihren Wahlkampf konzentriert auf Schwarz-Gelb-Malerei und Angstmacherei“. Steinmeier kritisierte erneut die Absage der FDP an eine Koalition mit der SPD und den Grünen. Ein solches Verhalten treibe ihm die „Zornesröte“ ins Gesicht. Zu einer Demokratie gehöre der Grundsatz, Bereitschaft zur Zusammenarbeit zu zeigen, wenn dies inhaltliche Gründe nicht verhinderten. Steinmeier fügte hinzu: „Warten wir mal ab, wie das alles weiter geht.“

Grünen-Spitzenkandidat Jürgen Trittin ermahnte die FDP mit dem Satz: „Wenn der schwarz-gelbe Ernstfall verhindert ist, darf der schwarz-rote Reinfall nicht verlängert werden.“ Die FDP müsse vielmehr „sehen, ob sie in einer Ampel nicht mehr zu gewinnen hätte als im 15. Jahr Opposition“.

ddp

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