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Politik Peinlicher Fehler: Wie sich russische Soldaten in der Ukraine selbst verraten
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10:20 14.05.2022
Ein zerstörter russischer Panzer bei Charkiw, Ukraine (Symbolbild).
Ein zerstörter russischer Panzer bei Charkiw, Ukraine (Symbolbild). Quelle: Getty Images
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Im russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine sorgt eine Karte für Aufsehen, die einen Überblick geben soll, wo sich russische Soldatinnen und Soldaten in der Ukraine in das Mobilfunknetz einwählen. Wie Militärexperten auf Twitter berichten, könnte auf diese Weise transparent gemacht werden, in welchen Gebieten sich das Militär verstärkt aufhält, was wiederum die Verteidigung für Kiew einfacher gestaltet. Je nachdem, wo die Streitkräfte sind, ist die Karte stärker rot gefärbt.

Wie es im Originalpost heißt, soll die Übersicht die Kriegssituation im März zeigen. Dies würde auch erklären, warum die farblich markierten Gebiete nicht mit den derzeitigen Kampfzonen übereinstimmen.

Ob es sich bei der Karte möglicherweise um einen Fake handeln könnte, ist umstritten. So schreibt ein Twitter-User, dass in den Regionen, die von Russland okkupiert wurden, die Basisstationen der Mobilfunknetze zerstört oder getrennt worden seien. Demzufolge könnten die Positionen von Smartphones dann auch nicht mehr bestimmt werden. Auch die ukrainische „Prawda“ schreibt, dass ukrainische Provider ihre Netze für russische und belarussische SIM-Karten zu Beginn des Krieges geblockt hätten.

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Russische Soldaten haben während der Invasion ukrainischen Bürgerinnen und Bürgern teilweise ihre Smartphones abgenommen, um mit deren SIM-Karten wieder Zugang zum Netz zu bekommen. Auf diese Art kann jedoch auch der Aufenthaltsort von Plünderern bestimmt werden, denn gestohlene bzw. verlorene Handys können sich orten lassen.

+++ Alle Entwicklungen zum Krieg gegen die Ukraine im Liveblog +++

Smartphones können auch vom Militär aufgespürt werden, indem Mobilfunkmasten mithilfe von Drohnen simuliert werden. Denn jedes Gerät versucht, zu einer Mobilfunkantenne Kontakt aufzunehmen. In diesem Zusammenhang werden Empfänger in Drohnen oder Fahrzeugen untergebracht, die ihrerseits Sendemasten simulieren. Wenn ein Smartphone dann eine Verbindung aufnimmt, kann der Angreifer möglicherweise GPS-Daten abrufen.

Russlands Präsident Putin hat unterdessen angeordnet, auf den Gebrauch von Smartphones im Krieg zu verzichten. In einem Dekret vom 6. Mai heißt es, dass Militärangehörige keine Geräte besitzen dürften, die Standorte ermitteln und Audio- und Fotomaterial übertragen können. Verstöße würden laut „Radio Free Europe“ als grobe Disziplinarvergehen gewertet.

RND/sz

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Der Artikel "Peinlicher Fehler: Wie sich russische Soldaten in der Ukraine selbst verraten" stammt von unserem Partner, dem RedaktionsNetzwerk Deutschland.