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Politik US-iranische Journalistin Saberi aus Haft in Teheran entlassen
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22:38 11.05.2009
Roxana Saberi
Roxana Saberi ist wieder auf freiem Fuß. Quelle: afp/National Press Photographers Association
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Nach Angaben ihres Vaters Reza Saberi soll sie so bald wie möglich in die USA zurückkehren.

„Es geht mir gut“, sagte Saberi beim Verlassen des Gefängnisses. „Ich will nichts weiter sagen, aber es geht mir gut.“ Der Vater der Journalistin sagte dem US-Nachrichtensender CNN, er werde gemeinsam mit ihr „so schnell wie möglich“ in die USA zurückkehren. Zunächst müssten jedoch im Iran noch einige Vorbereitungen getroffen werden, fügte Reza Saberi hinzu. Ein Mitarbeiter der iranischen Justizbehörden bestätigte, der Journalistin stehe es „frei“, sich „wie jeder Bürger mit einem Pass“ zu verhalten und „nach Belieben zu kommen und zu gehen“.

„Ihre Strafe wurde auf zwei Jahre mit Bewährung verringert“, sagte der Anwalt Salahe Nikbacht. Das Urteil aus der ersten Instanz sei aufgehoben worden, weil Saberi nun nicht mehr „Zusammenarbeit mit einem feindlichen Staat“ zur Last gelegt werde, sagte Abdolsamad Choramschahi, ein weiter Anwalt der Journalistin. In der Berufungsinstanz sei festgehalten worden, dass die USA „kein feindlicher Staat“ seien, ergänzte der Anwalt Nikbacht. Dennoch habe das Gericht befunden, Saberi habe „geheime Unterlagen gesammelt“.

US-Präsident Barack Obama, der nach dem erstinstanzlichen Urteil Saberis Freilassung gefordert hatte, zeigte sich „erleichtert“ über die „humanitäre Geste“ aus Teheran. Wie sein Sprecher weiter mitteilte, wies er die Spionagevorwürfe zurück. US-Außenministerin Hillary Clinton nannte Saberis Freilassung „sehr ermutigend“. Auch Amnesty International und Reporter ohne Grenzen begrüßten Saberis Entlassung aus dem Gefängnis.

Der Menschenrechtsbeauftragte der Bundesregierung, Günter Nooke (CDU) erklärte, diese Entscheidung sei hoffentlich ein Signal für andere Fälle, in denen im Iran Journalisten angeklagt und verhaftet worden seien, weil sie für die Pressefreiheit eingetreten seien.

Saberi war Ende Januar in Teheran festgenommen worden. Am 21. April trat sie für zwei Wochen in einen Hungerstreik. Saberi sagte, die Ermittler hätten sie zu einem falschen Geständnis verleitet, indem sie ihr eine schnelle Freilassung versprachen. Während das Revolutionsgericht der ersten Instanz nur eine Stunde auf den Fall verwendete, dauerte der Berufungsprozess drei Stunden. Auch der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad hatte die Richter aufgefordert, das Urteil aus der ersten Instanz genau zu prüfen.

Die als Tochter eines iranischen Vaters und einer japanischen Mutter in den USA geborene und dort aufgewachsene Journalistin lebte seit 2003 im Iran. Sie war für die US-Rundfunkanstalten NPR und Fox News sowie für die britische BBC tätig, bevor ihr die iranischen Behörden 2006 die Akkreditierung als Journalistin entzogen.

afp