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Politik US-Senator Edward Kennedy ist tot
Mehr Welt Politik US-Senator Edward Kennedy ist tot
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09:28 26.08.2009
US-Senator Edward „Ted“ Kennedy ist tot. Quelle: afp
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Der demokratische Senator von Massachusetts, jüngster Bruder des 1963 ermordeten US-Präsidenten John F. Kennedy, litt an einem unheilbaren Gehirntumor.

„Wir haben das unersetzliche Zentrum unserer Familie und das strahlende Licht in unserem Leben verloren, aber die Inspiration durch seinen Glauben, seinen Optimismus und seine Ausdauer wird in unseren Herzen ewig weiter leben“, hieß es in der Erklärung der Familie.

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Edward Kennedy war der jüngste Spross des einflussreichen Ostküstenclans von Joseph und Rosa Kennedy. Seine drei Brüder starben eines gewaltsamen Todes: Joseph junior fiel im Krieg, John F., der 1961 Präsident geworden war, wurde 1963 ermordet, Robert fiel 1968 im Präsidentschaftswahlkampf einem Attentat zum Opfer. Nach Roberts Tod übernahm Edward die Rolle des Patriarchen im Kennedy-Clan. Seit 1962 vertrat der Demokrat den Bundesstaat Massachusetts im US-Senat. Im Wahlkampf im vergangenen Jahr zählte er zu den gewichtigsten Unterstützern der Kandidatur des jetzigen Präsidenten Barack Obama.

Edward Kennedy wurde am 22. Februar 1932 in Boston geboren. Er studierte Jura und absolvierte die Elite-Universität Harvard. Seinen Senatssitz „erbte“ er 1962 von seinem großen Bruder John, als dieser Präsident der USA geworden war. Doch der nach dem Tod seiner Brüder vorgezeichnete Weg an die Spitze der US-Politik endete im Juli 1969 durch einen tragischen Autounfall, bei dem die junge Assistentin Mary Jo Kopechne ertrank. Edward überlebte und wurde wegen Unfallflucht zu einer Gefängnisstrafe auf Bewährung verurteilt. Der Vorfall zog einen Schlussstrich unter seine Ambitionen auf die Präsidentschaft. Der letzte der Kennedy-Söhne wurde nie von der Demokratischen Partei zum Kandidaten gekürt.

Dennoch wurde Kennedy bei den Demokraten und im US-Kongress zu einer festen Größe. Er galt als Vertreter des linken Flügels seiner Partei und setzt sich vorrangig für soziale Belange ein. Bildung und Gesundheitswesen lagen ihm besonders am Herzen. 1971 wurde er Vorsitzender des Senatsausschusses für Gesundheit, sieben Jahre später kämpfte er an der Spitze des Justizausschusses für den Zugang von Frauen und Minderheiten zu den juristischen Berufen. Im Jahr 1994 wurde er Vorsitzender des Arbeitsausschusses im Senat und arbeitete an einer grundlegende Reform des Wohlfahrtsstaates.

Nach seinem Tod lebt nur noch eines der insgesamt neun Geschwister: Jean Kennedy Smith. Erst Anfang August war Schwester Eunice Kennedy Shriver gestorben. Die Vorkämpferin für die Akzeptanz von Behinderten war 88 Jahre alt geworden.

afp

26.08.2009
Stefan Koch 26.08.2009
Klaus Wallbaum 25.08.2009