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Politik US-Präsident Obama will gegen Sexattacken beim Militär vorgehen
Mehr Welt Politik US-Präsident Obama will gegen Sexattacken beim Militär vorgehen
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11:04 08.05.2013
Die Zahlen der sexuellen Übergriffe beim US-Militär sind alarmierend. Jetzt schaltet sich Präsident Obama persönlich ein. Quelle: dpa (Symbolbild)
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Washington

Angesichts zunehmender Sexattacken im US-Militär fordert Präsident Barack Obama Konsequenzen. "Die Grundlinie ist: Ich toleriere so etwas nicht", sagte Obama am Dienstag in Washington. Verteidigungsminister Chuck Hagel versprach eine Änderung der "Kultur" im Militär, die derartige Übergriffe erlaube. Er gab dazu eine Reihe von Schritten bekannt.

Hintergrund sind Pentagon-Angaben, nach denen die Zahl sexueller Übergriffe deutlich gestiegen ist. Demnach wurden im vergangenen Jahr 3374 Fälle gemeldet, in denen entweder der Täter oder das Opfer dem Militär angehört. Das ist eine Zunahme von sechs Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Allerdings deuten vertrauliche Umfragen nach diesem Pentagon-Report auf eine hohe Dunkelziffer hin. Demnach wird geschätzt, dass die tatsächliche Zahl der Übergriffe seit 2010 um 36 Prozent gestiegen ist.

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Zugleich wurde die Festnahme eines Oberstleutnants publik, der bei der Luftwaffe ausgerechnet für die Verhinderung von Sexattacken verantwortlich war. Er soll in betrunkenem Zustand auf einem Parkplatz eine fremde Frau begrapscht haben. Nach Angaben des Pentagons wurde der Offizier vorläufig seines Postens enthoben.

Hagel äußerte sich "angewidert" und "schockiert". Auf einer Pressekonferenz nannte er Vorbeugungsmaßnahmen gegen Sexattacken generell eine der ernstesten Herausforderungen für sein Ministerium. Zu den von Hagel verkündeten Maßnahmen gehört eine Inspektion militärischer Arbeitsplätze. Dadurch soll nach Angaben des Pentagons sichergestellt werden, dass sich dort keine "anstößigen, erniedrigenden Materialien" befinden, die zu Sexattacken ermutigen könnten. Kommandeure sollen künftig stärker daraufhin überprüft werden, ob sie für ein Arbeitsumfeld sorgen, das vor Übergriffen abschreckt.

Obama machte klar, dass er keine "Reden" mehr wolle. "Wenn wir herausfinden, dass jemand so etwas tut, dann muss er zur Rechenschaft gezogen werden", sagte er mit Blick auf die Täter. Sie müssten vor ein Gericht gestellt, gefeuert und unehrenhaft aus dem Militär entlassen werden: "Punktum."

dpa

Dieser Artikel wurde aktualisiert.

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