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Politik Follower-Schwund: Donald Trump beschwert sich auf Twitter über Twitter
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21:06 24.04.2019
„Sie behandeln mich nicht gut“: US-Präsident Donald Trump schimpft auf Twitter über Twitter. Quelle: Alex Brandon/dpa
Berlin

Seine Präsidentschaft verdankt er nicht zuletzt seinem Twitter-Account. Kaum ein Tag ohne Tweets. Kein Zweifel: US-Präsident Donald Trump liebt das Zwitschern im Netz.

Doch jetzt beklagt sich der mächtigste Mann der Welt ausgerechnet über sein liebstes digitales Spielzeug. „Diskriminierend“ und „unfair“ schimpft Trump auf Twitter über Twitter. Der Grund: Seinem liebsten Kommunikationskanal folgen anscheinend immer weniger Menschen. Für den twitterwütigen Staatschef liegt die Erklärung auf der Hand: „Sie [Twitter] behandeln mich als Republikaner nicht gut.“ Die Plattform würde ständig Mitglieder aus seiner Followerliste löschen. Bereits vor einigen Monaten hatte sich Trump einmal so geäußert.

Trump verabscheut mangelnde Aufmerksamkeit

Wenn es etwas gibt, das Trump nicht ausstehen kann, ist es ein Defizit an Aufmerksamkeit. Glaubt man der Kurznachricht des US-Präsidenten, könnte er längst mehr als 100 Millionen Follower haben, wenn Twitter nicht seine „politischen Spielchen“ spielen würde.

Ungläubig und voller Neid blicke der erratische Präsident auf das Profil seines Vorgängers, schreibt die US-Webseite „Daily Beast“. Barack Obama zähle fast doppelt so viele Follower wie Trump, der zurzeit auf knapp 60 Millionen kommt. Das könne nicht mit rechten Dingen zugehen, so Trump.

US-Präsident liest Twitter-Chef Dorsey die Leviten

Beim Treffen im Weißen Haus soll Trump Twitter-Chef Jack Dorsey laut „Washington Post“ direkt auf die vermeintliche Verschwörung angesprochen haben. Für den Follower-Schwund soll Trump die anti-konservative Agenda von Twitter verantwortlich gemacht haben, berichtet das Blatt.

Dorsey musste Trump daraufhin offenbar erklären, dass sein Account wie jeder andere auch Follower verliere, weil das Unternehmen regelmäßig Spam-Profile lösche. Er habe versichert, dass es Twitter lediglich darum gehe, die Plattform frei von Bots zu halten.

Trump schreibt von Zensur

Fast ebenso häufig wie das Versenden von Tweets übt sich der US-Präsident im Wettern über Online-Netzwerke. „Sie unterdrücken die Meinungen vieler Menschen des rechten Spektrums“, twitterte der Präsident vergangenes Jahr. Er werde diese „Zensur“ nicht zulassen und drohte Facebook, Google und Twitter mit stärkerer Regulierung. Beweise für eine angebliche „Zensur“ konnte Trump allerdings nicht liefern.

Der US-Präsident ist mit seiner Kritik nicht allein. Auch Demokraten und Linke kritisieren, Trump würde mit seinen Botschaften häufig ungestraft die Regeln des Dienstes gegen Mobbing, Bedrohung und Entmenschlichung verletzen. Der US-Präsident hat wiederholt Personen und Institutionen auf Twitter beleidigt, beschimpft und bedroht. So nannte er einen ehemaligen Mitarbeiter einen „Hund“, bezeichnete Journalisten als „Abschaum“, der „ausgejätet werden sollte“ und veröffentlichte ein manipuliertes Ringkampf-Video, das zeigt, wie er einen Mann mit dem Logo des US-Nachrichtensenders CNN auf dem Kopf verprügelt.

Twitter will anstößige Tweets löschen

Twitter prüft nun die Einführung einer neuen Funktion zur Kennzeichnung von Posts, die zwar gegen die eigenen Regeln verstoßen, aus öffentlichem Interesse aber dennoch auf der Plattform verbleiben sollen. So könnten anstößige Tweets von Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens wie Donald Trump mit einem Hinweis versehen werden, der erklärt, warum sie nicht gelöscht werden. Twitter sieht in den Posts von Politikern einen Nachrichtenwert, der wichtig für die öffentliche Debatte ist.

Von Jörg Köpke/RND

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