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Politik UN verurteilen „Blutbad“
Mehr Welt Politik UN verurteilen „Blutbad“
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13:16 12.05.2009
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Bei den Kämpfen am Wochenende seien unter den getöteten Zivilisten mehr als hundert Kinder gewesen, sagte der UN-Sprecher in Sri Lanka, Gordon Weiss, am Montag. Damit sei das zuvor befürchtete „Blutbad“ Wirklichkeit geworden.

Nach neuen Angaben der den Tamilenrebellen von Tamil Eelam (LTTE) nahen Internetseite Tamilnet tötete die Armee bei einem Angriff auf das Rückzugsgebiet der Aufständischen im Nordosten des Inselstaats am Wochenende rund 3200 Zivilisten. Am Sonntag war die Zahl der zivilen Opfer auf der Internetseite noch mit mehr als 2000 angegeben worden.

Die srilankische Regierung gab die Zahl der getöteten Zivilisten am Montag mit 250 an. Die Zivilisten seien jedoch durch Geschosse der Rebellen getötet worden. Die LTTE bombardiere die Zivilbevölkerung, um der Armee die Taten vorwerfen zu können, erklärte das Verteidigungsministerium.

Eine unabhängige Bestätigung für die Berichte von LTTE und Armee ist nicht möglich, da die Regierung in Colombo Journalisten und internationalen Beobachtern den Zugang zu dem von den Rebellen gehaltenen schmalen Küstenstreifen verweigert. Der UN zufolge sind dort rund 50.000 Zivilisten eingeschlossen. Die srilankischen Behörden sprechen von bis zu 20.000 Zivilisten und werfen den Rebellen vor, diese als „menschliche Schutzschilde“ zu missbrauchen.

Die Armee hatte ihre Offensive im Januar gestartet. Vermittlungsversuche für eine Waffenruhe scheiterten am Widerstand der Regierung. Die Befreiungstiger kämpfen seit Anfang der 70er Jahre für einen unabhängigen Tamilenstaat.

afp