Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Politik UN-Klimakonferenz: Greta Thunberg segelt über den Atlantik in die USA
Mehr Welt Politik UN-Klimakonferenz: Greta Thunberg segelt über den Atlantik in die USA
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
22:15 29.07.2019
Klimaaktivistin Greta Thunberg steht neben dem schwedischen Parlament in Stockholm. Quelle: David Keyton/AP/dpa
Stockholm

Die schwedische Klimaaktivistin Greta Thunberg will per Schiff nach Amerika reisen. Die 16-Jährige twitterte am Montag, dass sie an Bord einer High-Tech-Jacht über den Atlantik segeln werde.

Sie werde im August von Großbritannien starten und an UN-Klimagipfeln im September in New York und im Dezember in Chile teilnehmen.

Thunberg hatte der Nachrichtenagentur AP vor ihrer Bekanntgabe gesagt, dass sie monatelang darüber nachgedacht habe, wie sie in die USA reisen könne, ohne Flugzeuge zu benutzen. Diese lehnt sie ab wegen ihrer hochen Treibhausgas-Emissionen. Kreuzfahrtschiffe sind ebenfalls für eine starke Umweltverschmutzung berüchtigt. Allerdings reisen Segler im August selten über den Atlantik, weil es Hurrikangefahr gibt.

„Ein Boot nach Nordamerika zu nehmen, ist im Grunde genommen unmöglich“, sagte Thunberg in einem Interview während einer ihrer wöchentlichen „Fridays for Future“-Proteste vor dem schwedischen Parlament in Stockholm. „Unzählige Menschen haben mir geholfen, im Versuch, verschiedene Boote zu kontaktieren.“

Im Video: Greta Thunberg in Berlin – „Wir werden nie aufhören“

Zweiwöchige Reise geplant

Die Jacht „Malizia II“, die Thunberg nehmen will, wird von Boris Herrmann gesteuert. Sie ist 18 Meter lang und mit Solarpaneelen und Unterwasser-Turbinen ausgestattet, um Strom ohne CO2-Ausstoß zu erzeugen. Bei ihrer zweiwöchigen Reise soll Thunberg von einem Filmemacher, ihrem Vater Svante und Pierre Casiraghi, einem Enkelsohn des verstorbenen monegassischen Fürsten Rainier III. und der US-Schauspielerin Grace Kelly, begleitet werden.

Lesen Sie auch: Greta Thunberg mischt Nationalversammlung in Paris auf – Le Pen sieht Heuchelei

„Ich habe noch nie so etwas erlebt“, sagte Thunberg. „Ich denke, dies wird eine Reise, an die man sich erinnert.“

Thunbergs Aktivismus hat Zehntausende Schüler in Europa dazu gebracht, den Unterricht ausfallen zu lassen und für schnellere Maßnahmen gegen den Klimawandel zu protestieren. Thunberg will sich ein Jahr Pause von der Schule nehmen, um weiter auf den Klimawandel aufmerksam zu machen.

Thunberg ist in den USA wenig bekannt. Sie sei sich unsicher, wie ihre Botschaft in dem Land ankommen werde, sagte sie. Dort gibt es viel Widerstand gegen radikale Maßnahmen, die der Einschätzung von Wissenschaftlern zufolge zur Begrenzung der Erderwärmung notwendig sind. „Ich werde einfach versuchen, so weiterzumachen wie ich es zuvor gemacht habe“, sagte die Aktivistin. „Einfach immer auf die Wissenschaft verweisen und wir werden einfach sehen, was passiert.“

Thunberg: Habe Trump „nichts zu sagen“

Thunberg schloss ein Treffen mit US-Präsident Donald Trump nicht aus, äußerte aber Zweifel am Sinn eines Gesprächs mit ihm. Trump lehnt des Klimaabkommen von Paris 2015 ab. Thunberg sagte, sie glaube, dass ein Treffen „nur Zeitverschwendung“ wäre. Sie habe Trump „nichts zu sagen“, sagte sie. „Er hört offensichtlich nicht der Wissenschaft zu und den Wissenschaftlern. Also warum sollte ich, ein Kind mit keiner angemessenen Bildung, dazu in der Lage sein, ihn zu überzeugen?“, fragte Thunberg.

Lesen Sie außerdem: Greta Thunberg in Berlin – „Wir wollen eine Zukunft, ist das zu viel verlangt?

Thunberg will nach ihrer Ankunft in den USA auf dem Weg nach Chile Halt in Kanada, Mexiko und weiteren Ländern machen. Sie will mit dem Bus und Zug reisen.

Wegen der hohen Menge an Emissionen, die durch Flugreisen verursacht werden, will Thunberg bei ihrer Reise auf Flugzeuge verzichten. Die Hochseejacht „Malizia II“, mit der sie über den Atlantik segelt, erzeuge keine Abgase, teilte Thunberg mit. Auch der Strom, der an Bord des 18-Meter-Bootes benötigt wird, wird mittels Solarpaneelen und Unterwasserturbinen erzeugt, wie es heißt. Es gebe wenig Komfort an Bord.

Im Video: „Fliegen ist kacke“ – Klimaprotest am Stuttgarter Flughafen

Von RND/AP

Eine drastische Wende aus Bayern: CSU-Chef Markus Söder schließt sich der Grünen-Forderung an, den Klimaschutz im Grundgesetz zu verankern. Er stellt aber eine Bedingung.

30.07.2019

Großbritannien will dem Iran in der Tankerkrise nicht entgegenkommen. Der Iran hatte einen Austausch der festgesetzten Tanker vorgeschlagen. Dem Vorschlag erteilt Außenminister Dominic Raab nun eine Absage.

29.07.2019

Beißend kommentiert der CNN-Moderator Victor Blackwell die jüngsten Ausfälle von US-Präsident Donald Trump gegen einen afroamerikanischen Abgeordneten und die Stadt Baltimore. Dann kämpft er plötzlich mit den Tränen.

29.07.2019